Reform von Universitäten, Forschung, Ausbildung und Lehre

 

Ausbildung, Lehre, Forschung ...

- Probleme der Beamten - Lernen ein Leben lang

 

Deutschland ist in der Spitzenforschung gewaltig zurückgefallen. England führt die europäische Spitzenforschung an, und es ist sich dessen so sehr bewußt, daß es die anderen europäischen Staaten mehr als Ballast in der Forschung ansieht denn als Hilfe. Warum ist England in der Forschung soviel besser als Deutschland ? Das ist zu klären ! Es ist auch zu klären, warum sich die deutschen Wissenschaftler, Forscher, Politiker, Journalisten ... einen solchen Absturz in der Spitzenforschung gefallen lassen - auch das Gelächter in England über die deutsche Forschung im Jahre 1995..

Wenn man die Literatur in Biochemie, Paläontologie, Paläoanthropologie, Primatenforschung, Kosmologie, Hochenergiephysik ... studiert, sieht man, daß die meisten guten Bücher von angelsächsischen Forschern geschrieben worden sind. Etliche dieser Forscher arbeiten mit Wissenschaftsjournalisten zusammen - in Deutschland unmöglich.

Naturwissenschaften, Hochtechnologie und Science Fiction haben in angelsächsischen Ländern einen viel höheren Stellenwert als im übrigen Europa. Was Alexander von Humboldt 1827 mit seinen Vorträgen in der Singakademie durchführte, um das rückständige Deutschland naturwissenschaftlich und technisch aufzurütteln, ist zu wiederholen.

 

Optimierung von Ausbildung, Forschung, Weiterbildung, Informierung der Bürger ... , von privaten, industriellen und staatlichen Universitäten, Forschungsinstituten, Schulen ... ist die wesentliche Säule zur Förderung der Industrieentwicklung zur Hochtechnologie und Supertechnik.

Vor allem ist den Menschen - ob jung oder alt - die echte Begeisterung des schöpferischen Menschen, Denkers und Pioniers zu vermitteln, d.h. der Unterricht ist genieorientiert durchzuführen. Lehrstoff und Art und Weise des Lehrens und Lernens sind unter Berücksichtigung der Entwicklung des betreffenden Wissensstoffs und von Leben, Weg, Werk und Wirkung der „Genies“ zu organisieren:

Für alle Studenten aller Fachrichtungen sollte das Studium neben einigen fachspezifischen Anfängervorlesungen in den ersten 4 Semestern verpflichtend enthalten:

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Kosmologie, Alles Umfassende Theorien (AUTs) und Kosmogonie,

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Kybernetik als Oberbegriff für Regelungstechnik und Neurophysiologie,

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Biologie, Paläontologie, Paläoanthropologie, Primatenforschung,

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Staats- und Wirtschaftswissenschaften,

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Genie- und Zukunftsforschung,

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optimierte geistige Systeme für die Menschen.

Die Themen für Abschluß-, Diplom- und Doktorarbeiten: müssen Tore öffnen für den betreffenden Studenten und für Wissenschaft und Forschung. Es müssen keine SF-Themen sein, weil deren Umsetzung viel zu viel erfordert, aber sie müssen interessant sein, junge Leute vom Stuhl reißen und Tore öffnen. Es haben nun etliche Leute gesagt, daß die wichtigsten Arbeiten, die Charles Darwin geleistet hat, die über Regenwürmer gewesen sind, Arbeiten mit einem riesigen Wust an langweiligem Datenmaterial. Im Zeitalter der leistungsfähigen Rechner und Analysatoren mit guter Software wird viel von der stupiden Routinearbeit, die früher werdende Akademiker so frustriert hat, nicht mehr von  Hand erledigt werden müssen. Hier muß die Möglichkeit bestehen, daß Fortgeschrittene sich ihre schöpferischsten Professoren, wo sie gute Themen erhoffen, möglichst selber frei wählen können. Wo sind aber diese Professoren, wieviele gibt es davon und wie frei und wie lange können sie forschen ?

Seit 1945 sind die wissenschaftlichen Schulen in Deutschland bis 1970 allmählich verschwunden, weil sie für die Alliierten unerwünscht waren, die schöpferischen alten Männer der Forschung eben immer älter wurden und schließlich starben, und die jungen guten Leute in die angelsächsische Forschung abwanderten, u.a. durch die Aktivität der Head Hunter.

Man muß also wieder anfangen, an bestimmten Universitäten bestimmte wissenschaftliche Schwerpunkte zu haben und wissenschaftliche Schulen zu bilden. Die Folge ist: Es muß nicht jede Universität in jedem Fachgebiet internationales Niveau haben. Es reicht, wenn sie einige Fachgebiete vorweisen kann, wo sie in der Spitzenforschung zumindest mithalten kann. 

 

In den letzten Semestern bilden sich Gruppen - und zwar von Studenten mitsamt ihren Tutoren -, die sich auf bestimmte komplexe Projekte spezialisieren und nach dem Abschluß dann sofort eine Firma gründen, um entsprechende Produkte der Hochtechnologie zu entwickeln oder komplexe Dienstleistungen anzubieten. Große Probleme:

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Geldgeber, die bereit sind, hier Risikokapital zu investieren, was nach dem NEMAX-Desaster noch mehr Probleme machen wird.

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Sehr schlecht für den Staat ist, daß seine Erfinder Unsummen an den Staat ausgeben müssen, um  Produkte ... patentieren zu lassen oder um Genehmigungen zu erwerben. Kleine Erfinder bleiben da auf der Strecke.

 

Um 1630 gab es noch keine Physik, um 1863 noch keine Elektrodynamik, um 1900 noch keine Kernphysik, um 1952 noch keine Molekularbiologie ...  Man sieht, daß viele heute altbackene naturwissenschaftliche Disziplinen vor etlichen Jahren bei uns noch gar nicht existierten.

Neue Wissenschaftsdisziplinen verdanken ihre Entstehung oft interdisziplinären Forschungen wie die Kybernetik 1949 durch Norbert Wiener. Das interdisziplinäre Lernen bringt oft Vorteile:

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Mathematiker des 20. Jahrhunderts versuchten unter dem Pseudonym Nikolas Bourbaki, neue Vereinheitlichungstendenzen in der Mathematik dazu zu verwenden, die Mathematik mal wieder ganz neu zu gründen. Wesentlich dabei war, daß sie ganz unterschiedliche Disziplinen wie Geometrie und Mengenlehre auf einheitliche Prinzipien abklopften.

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Ein Physikprofessor z.B. muß nicht auf allen Gebieten der Physik gleich firm sein, sondern kann sich z.B. auf Mechanik oder Elektrodynamik spezialisieren, wenn er gleichzeitig etwa Molekularbiologie, Robottechnologie oder Paläoanthropologie so weit beherrscht, daß er da in der Forschung im Team mitmachen kann.

 

Die Sterilität von Hochschulen und Professoren kommt zu einem großen Teil von dem Zwang, der auf Professoren ausgeht. Ein Professor muß nicht alles wissen und er muß nicht als Professor der Physik Vorlesungen in Mechanik, Akustik, Wärmelehre, Elektrodynamik, Quantenmechanik ...  turnusmäßig abhalten, sondern der von ihm geleitete Lehrstuhl muß einen möglichst großen Ausstoß an

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guten Fortgeschrittenen und Graduierten,

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genial-schöpferischen und/oder nützlichen Publikationen,

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genialen Ideen und

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ein gutes Arbeits- und Verwaltungsklima

aufweisen. Wie er das macht, ist seine Sache, auch wenn er das interdisziplinär machen will.

Universitäten müssen gemanagt werden wie Firmen, Krankenhäuser, Forschungsinstitute, Krankenkassen, Rentenkassen ..., aber hier sperren sich zu erfolgreich die Minderbegabten, die dort zu hohen Stellen gekommen sind durch Protektion, gute Beziehungen, Parteibuch ...

 

Wenn man möglichst etwas vertrotteln lassen will, muß man es in die Hände von Beamten geben. Das Beamtentum erstickt Leistungswillen, sachliche Entscheidungskriterien, Flexibilität, geniale Entfaltung und Aktivität ... Es ist vernünftig, durch Beamte nur hoheitliche Aufgaben erledigen zu lassen, wo es nicht auf Leistungsfähigkeit und Genialität, sondern auf Korrektheit, juristische und staatswissenschaftliche Fachkenntnis,  Loyalität, Langfristigkeit der betreffenden Institution usw. ankommt.

Es muß das Konkurrenzprinzip sehr stark sein, und Konkurrenz fördert man, indem die Vielen die Möglichkeit erhalten, ihre Genialität zu erkennen, auszubilden und zu nutzen. Und aus den Vielen kommen dann die Besten in die höchsten Stellen, und die mögen auch Beamtenstellen sein (falls das erforderlich sein sollte). Eigentlich sollten aber Spitzengehälter wie in der Wirtschaft für sehr gute Leute ausreichen. Was soll der Beamtenstatus in Forschung und Lehre ?

Gute Professoren will man auf jeden Fall halten, und da helfen Beamtenstatus und hohe Bezahlung. Schlechte Professoren will man bestimmt nicht haben, und ist der Beamtenstatus sehr hinderlich.

Das gibt die Forderung: Abschaffung des Beamtenstatus für Professoren, Strukturierung und Erhöhung ihrer Gehälter in einem solchen Ausmaß, daß Angebote aus der Industrie und aus dem Ausland finanziell eben nicht so verlockend sind. Das setzt eine funktionierende Leistungsbeurteilung der Professoren voraus und einen Staat, der seine besten Köpfe im eigenen Land halten will. Das Letztere ist seit 1945 auf Druck der Alliierten bestimmt nicht mehr der Fall..

Die Bezahlung der Professoren könnte aus einem durchschnittlichen Grundgehalt im Angestelltenverhältnis bestehen und einer Leistungszulage, die sich aus Beiträgen zur Forschung und im „Ausstoß“ gut ausgebildeter Studenten errechnet. Der optimale Verteilungsschlüssel könnte im Vergleich mit guten Forschernationen erfolgen, auch etwa durch die UNESCO erstellt und laufend gewartet werden.

Ganz wichtig ist, die Professoren und Institutsmitglieder gerecht zu behandeln, aber sie nicht überzuversorgen und ihren Leistungswillen nicht zu blockieren.

 

Nicht nur Menschen vertrotteln mit zunehmendem Alter, wenn sie nicht laufend hinreichend zu Flexibilität und Weiterlernen angehalten werden, sondern auch beliebige Menschengemeinschaften, also auch Staaten und Kulturkreise. Die Alzheimer-Krankheit bei Menschen wird eventuell viel mehr gefördert durch eine zu Stereotypen neigenden Lebensweise, und der „Alzheimer“ von Staaten hat vermutlich hauptsächlich ähnliche Ursachen.

Die wesentlichen Hindernisse für die Spitzenforschung in Deutschland:

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Zu große Belastung der Professoren mit Lehrverpflichtungen,

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zu große Restriktionen in der Forschung,

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Science Fiction ist in deutschen Universitäten verboten SF-steriles Klima in der Universität.

Forschen ist für viele Menschen interessanter als Lehren, und man will sich in seiner Neugierde nicht vorschreiben lassen, wo man forschend ansetzen soll. Darum ist sehr flexibel zu halten, wie die Professoren ihre Arbeitszeit und -kraft auf Forschung und Lehre verteilen, und wo und was sie (er)forschen.

Die beste laufende Weiterbildung aller Bürger kann nur dadurch erfolgen, daß der einzelne EU-Staat oder die EU Radio-Lehrsender betreiben, die ein gutes, naturwissenschaftlich orientiertes Informationsfeld ausstrahlen, an das sich die Bürger jederzeit akustisch ankoppeln können.  

 

Reorganisation, Modernisierung, Optimierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft müssen ein Dauerzustand sein. Die am gewalttätigen Denken orientierte Formel von der permanenten Revolution ist durch die permanente Evolution zu ersetzen. So ist der Weg des Genies. Es wird hier also nicht gesagt, daß „ein Ruck durch die Gesellschaft gehen muß“, damit sie den Anschluß an die internationale Spitzenforschung wieder findet, sondern die Struktur und laufenden Strukturveränderungen von Staat, Gesellschaft, Wirtschaft ... müssen die permanente Evolution in verifizierter Form praktisch darstellen bzw. erzwingen. Ganz einfacher Vergleich: Es reicht nicht, 5 Jahre nichts Neues zu lesen und dann plötzlich soviel wie möglich zu lernen, sondern man muß sich laufend weiterbilden.

Die wesentlichen Voraussetzungen zur permanenten Evolution müssen Schulen, Universitäten, Forschungsinstitute ... liefern, unter der laufenden Kontrolle von Privatgelehrten, SF-Autoren, Wissenschaftsjournalisten, Freigeistern, geistig schöpferischen Menschen ...

 

Politiker und politische Beamte sind keine Wissenschaftler und oft noch nicht einmal Fachleute, also dürfen sie kein Weisungsrecht für Lehrinhalte, Lehrformen, Besetzungen von Lehrstühlen ... in Universitäten, Forschungsinstituten ... haben. Kultusminister müssen keine Wissenschaftler sein - gut, aber dann sind sie auch meistens als nicht geeignet dafür anzusehen, sachlich korrekt in Forschung und Wissenschaft die Forschungsziele und -methoden wesentlich zu gestalten.

 

Wenn Forscher nicht frei forschen dürfen, muß das als Bruch der Verfassung einklagbar sein. Nicht nur hat man Konrad Zuse nach eigener Darstellung von Staats wegen her kalt gestellt, sondern auch Hermann Oberth. Und Erfinderschicksale wie die von Kurt König mit seinem Sparmotor und seinen echt beschissenen Erfahrungen mit Patentämtern, Patentverfahren und Irrsinnsgebühren für Patente sind Legion - im Nachkriegsdeutschland. Die Gesellschaft muß nicht umgekrempelt werden, um die Genialität der Vielen optimal auszubilden und zu nutzen, sondern Erkennen, Ausbilden und Nutzung der Genialität der Vielen müssen ein Fundament der Gesellschaft sein, nicht nur heute und morgen, sondern immer. Es ergibt sich dann, daß in Forschung und Wissenschaft ein Mittel- und Unterbau wesentlich zu beteiligen ist, der aus Teilzeitkräften, Tutoren, Assistenten mit oder ohne Lehrerlaubnis ... besteht und so etwa dem Mittelstand in der Wirtschaft und den Kleinst- und Subunternehmern entspricht. Es sind Mittel- und Unterbau an Universitäten und Forschungsinstituten bei kleinen und mittleren Gehältern sehr zu fördern, damit durch Tutoren und Assistenten die Studenten- und Studienbetreuung für die Vielen bzw. für sehr viele geleistet wird, zur optimalen Ausbildung und Nutzung der Genialität der Vielen in Forschung und Industrie. Daraus ergibt sich die 2-stufige Struktur für eine Universität, in der die Studenten zuerst eine Tutorenuniversität erfahren in den ersten Ausbildungsjahren, und dann in späteren Semestern erfahren sie die Professorenuniversität (s.u.).

 

Es liegt nahe, die Gehälter der Professoren ... leistungsorientiert zu machen gemäß dem Ausstoß an guten Studenten und Publikationen, aber das ist nur theoretisch gut.

 

Der Gelehrtenneid verhindert, daß man aus Lob- oder Haßtiraden von Gelehrten

objektiv auf die Leistung eines anderen Gelehrten schließen kann.

 

Die Beurteilung funktioniert so um 2000 Jahre später, aber da man dann schlecht das Gehalt nachzahlen oder zurückfordern kann, muß man hier sehr gut planen, um theoretisch gut klingende Thesen auch in der Praxis sich als gut bewähren zu lassen.

Unter dieser Einschränkung kann man erreichen, daß Finanzmittel, die man bei den Professoren spart, für ein leistungsfähiges Tutorensystem verwendet nach der Devise: Nicht wenige Leute mit viel Geld überhäufen (weil man da so oft vergeblich auf Höchstleistungen warten muß), sondern viele Leute fördern, um über die Ausbildung der Genialität der Vielen Höchstleistungen in Menge zu erhalten. Ganz klar ist, daß man versuchen muß, guten Studenten die Möglichkeit zu geben, sich so früh wie möglich Geld durch Lehre und Forschung verdienen zu können.

Bei einer vernünftigen Realisierung hat man von einem guten Tutorensystem viele Vorteile:

Wer kontrolliert die Professoren ? Was macht man, wenn ein Professor „nichts“ macht ? Es ist ein großer Unterschied, ob man Studenten ihren Professor beurteilen läßt mit dem Ziel, seine Leistungszulage zu bestimmen, oder zu ermitteln, ob er nur faul ist und „nichts“ macht. Wäre die Leistung eines Professors nach einer hinreichenden Einarbeitungszeit von 5 Jahren signifikant zu schlecht, würde man ihm eine ganz andere Stelle und Tätigkeit bieten, wo er seine Kenntnisse doch noch sinnvoll verwerten kann. Einen Professor so einfach zu feuern, weil seine Leistung unzureichend ist, würde bedeuten, daß der Staat bereit ist, auf seine Fähigkeiten insgesamt zu verzichten, die er aber haben muß, denn sonst wäre er nicht Professor geworden (hoffentlich ist das so !).

Es ist zu diskutieren, ob man die Leistung von Professoren durch internationale Gremien und durch die eigenen Studenten beurteilen läßt. Dann sind aber möglichst viele Studenten zu fragen, denn schon Aristoteles aus Stageira (der Stagirite) wußte um 340 v.Chr. zu sagen: „Die Vielen sind weniger bestechlich als die Wenigen.“ Das ist ja auch die Basis der Demokratie.

Die Devise ist also: Professoren und Institutsmitglieder (hier sind immer Forschungsinstitute gemeint) sind entsprechend ihrer  Forscherfreiheit, Management, Unabhängigkeit, Selbständigkeit, erreichbarer und leistungsgerechter Bezahlung ... enorm aufzuwerten, aber ihr staatlicher und gesellschaftlicher Status ist ebenso gewaltig abzuwerten. Der Student sollte also seinen Professor ruhig mit dem Vornamen anreden können (als Beispiel).      

 

Es ist durchaus angemessen, daß jeder Bürger die Wohltaten finanziell vergütet, die er vom Staat erhalten hat - auch viel später. Zu diesen Wohltaten gehört sicher ein Studium. Ist es aber so günstig, die Studierenden mit den vollen Kosten ihres Studiums zu belasten ? Sicher nicht, denn sie kommen dann kaum noch zum Studieren, um das Geld zu verdienen für ihr Studium. Ist es richtig, daß Studenten alles automatisch bezahlt bekommen ? Das erscheint auch nicht als so günstig.

Es muß den Studenten schon klar werden, daß andere Leute die finanziellen Lasten tragen, die sie nicht für ihr Studium zu tragen brauchen. Eine geringe Studiengebühr erscheint aus psychologischen Gründen als richtig. Sie soll den Studenten nur daran erinnern, daß die ganze Angelegenheit Geld kostet, das nicht vom Himmel fällt.

Im Vorgriff auf spätere Diskussionen wird hier gesagt, daß eine Akademikersteuer durchaus als angemessen erscheint mit folgenden Kennwerten: Jeder im Beruf stehende Akademiker zahlt als zusätzliche Steuer 1% seines zu versteuernden Einkommens in eine Akademikerkasse ein - mindestens aber pro Jahr 50 Euro -, die unmittelbar nur den Studenten zukommt.

 

Während des Regelstudiums mit einer Studiendauer von 10 bis 12 Semestern zahlt der Student nur ziemlich geringe Studiengebühren, von da an aber als Langzeitstudierender immer mehr. Man benötigt keine Exmatrikulation. Wer viel Geld hat (bzw. dessen Eltern) kann dann eben viel länger studieren und zahlt dann für viele andere Studenten mit. Wer das als ungerecht bezeichnet, daß andere Studenten das nicht bezahlen können und sich mehr anstrengen müssen, muß das Erbschaftsprinzip prinzipiell abschaffen.

Es muß den minder begüterten Studenten möglich sein, ihr Studium durch Nebenjobs zu finanzieren, wobei ihnen dann ein verlangsamter Studienerfolg nicht als Bummeln ausgelegt und mit höheren Studiengebühren praktisch bestraft wird. Je nach dem Ausmaß, in dem ein Student selber durch Nebenjobs sein Studium finanzieren muß, ist seine persönliche Regelstudienzeit mit stark verminderten Studiengebühren auszudehnen.

 

Das alles ist mit den o.g. Forderungen zur Gewährung eines starken Mittel- und Unterbaus in Übereinstimmung zu bringen. Wenn man möglichst vielen Studenten Nebenjobs und Teilzeitstellen in Universitäten, Forschungsinstituten ... anbieten kann, nähert man sich vermutlich dem Optimum.

 

Ziel: Die Genialität der Vielen wecken, ausbilden und nutzen.

 

Häufiger Fehler, der in der menschlichen Natur liegt: Ein paar „Lieblinge“ heraussuchen, diese überfördern und an Stellen hieven, die diese gar nicht geistig richtig ausfüllen können.

 

Der zur Hochzivilisation willige Bürger muß jeden geistigen Mist anerkennen, der unter den Siegel: „Von höchster Wissenschaft bewiesen“ oder als „zivilisiertes Verhalten“ angeboten wird. Letzten Endes muß sich jeder Bürger so hoch ausbilden, daß er geistigen Mist von guter Geistigkeit unterscheiden kann. Auch eine Demokratie ist nicht lebensfähig, in der die Bürger kein Gespür für richtig und falsch haben. Ein gutes Bildungswesen muß u.a. leisten:

1.

Aus dem Menschen den verantwortlichen, alles Leben bejahenden Staatsbürger machen.

2.

Den Unterricht genieorientiert abhalten und die Genialität der Vielen erkennen, wecken, ausbilden und nutzen.

3.

Eine gute Berufsausbildung geben und für das lebenlange Lernen befähigen.

4.

Die Einwohner des Staates - Menschen, Tiere und Pflanzen - erhalten und schützen.

5.

Lebensbedrohende Entwicklungen vorhersehen lassen und vor ihrem Eintreffen zweckmäßig reagieren. Beispiel: Der Einsturz des Asteroiden von 2 km Durchmesser auf die Erde im Jahre 2028 n.Chr. findet nicht statt, weil er vorhergesehen und eine taktische Raumflotte gebaut wurde, die ihn im Jahre 2030 n.Chr. auf eine ungefährliche Bahn umgelenkt oder zerstört hat.

6.

Die Menschen müssen wissen, daß es Menschen auf der Erde erst seit einigen Jahrhunderttausenden gibt und in ebensolchen Zeiträumen schon längst nicht mehr. Das fördert die Bereitschaft zu Milde und Gnade gegenüber schwächeren Geschöpfen und der ganzen NLS ganz ungeheuer.

7.

Die Entwicklung der Hochzivilisation zur weltraumgestützten Superzivilisation als einzige Möglichkeit vernünftigen Verhaltens erkennen und leisten.

 

Probleme der Forschung und Forscher

Es wird sicher viele Wege geben, um in einem Staat gute Ausbildung zu praktizieren, aber es ist nicht hinreichend, „Doktoren des Auswendiglernens“ in Massen zu erzeugen. Gesucht ist ein hinreichender jährlicher Ausstoß an hinreichend ausgebildeten, sehr kreativen Menschen, die in der Lage sind, dem Staat, dem sie ihre Ausbildung verdanken, eine angemessene Position in der

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Spitzenforschung,

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Wettbewerbsfähigkeit in der Wirtschaft und

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kulturellen, ethischen, sittlichen usw. Entwicklung im Konzert der anderen Staaten

auf der Erde (z.Z. etwa 187) zu geben.

Forscher sollen nicht ihre Tanten oder Opas beeindrucken, indem sie einige auswendig gelernte Formeln aufs Papier kritzeln können, sondern sie sollen international anerkannte Spitzenforscher beeindrucken können - als Ziel. Im Einzelfall wird es nur wenigen Leuten gelingen, das zu leisten, aber es ist wichtig, die Prioritäten festzulegen: Im Endeffekt zählt in Forschung und Wissenschaft der wissenschaftliche Output, die Menge der originellen, schöpferischem und vernünftigen Denkansätze und geistigen Modelle, die auch noch dazu im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich nutzbar sein sollen, zusätzlich zu ihrem Nutzen in Wissenschaft und Technik.

Wenn man fordert, daß die Institute der MPG, KFAs und CERN jährliche Leistungsberichte publizieren, so will man nicht wissen, daß irgendwer dort einen Bleistift gespitzt oder eine Formel auswendig gelernt hat, die irgendeiner vor 30 Jahren aufgestellt hat, sondern daß Leistungen erbracht worden sind, die im Rang der internationalen Spitzenforschung anzusiedeln sind. Die Genieforschung des 20. Jahrhunderts zeigt, daß das in den Universitäten und Forschungsinstituten z.B. der KWG vor 1945 sehr wohl der Fall gewesen ist. Es gab die berühmten Universitätsstädte in Deutschland wie Göttingen, Heidelberg und später auch Berlin und in England wie Oxford und Cambridge.

Es ist zu fragen, warum sich z.B. die MPG so sehr in Schweigen hüllt, obwohl sie vom Steuerzahler so ausgiebig Finanzmittel erhält. Gesellschaftlich wird sie nicht wahrgenommen, im Gegensatz etwa zu

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Massachusetts Institute of Technology (MIT),

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California Institute of Technology (CalTech).und

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berühmten Universitäten in Austin, Princeton, Harvard und Yale, vergleichbar mit den Universitäten von Salamanca, Sevilla, Toledo, Ferrara und Bologna.

 

Was muß ein Staat tun, um auch so etwas vorweisen zu können ? Wie das Studium der antiken Denker zeigt, sind folgende Beziehungen sehr wichtig, um den jungen Menschen sowohl gut auszubilden als auch zum schöpferischen Denken zu erziehen:

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Lehrer-Schüler oder Professor-Student,

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Student-Universität und

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Student-Universitätsstadt.

Es sind die Bindungen des jungen Menschen an seine Eltern und seine Heimatstadt wichtig. Somit war die Einrichtung der ZVS als alleiniger Studienvermittlungsstelle wieder einmal falsch. Um das alles auf einen Nenner zu bringen, kann man sich Ideen holen bei

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dem Aufstieg Deutschlands durch das unermüdliche Wirken von Alexander von Humboldt, Carl Friedrich Gauß, Bernhard Riemann und anderen erlauchten Geistern gegen eine Haufen bedepperter Aristokraten, idealistischer Betonköpfe und klerikaler Nobodies ab 1827 bis 1945 und

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dem Aufstieg der USA nach 1945 mit der Entwicklung von Forschungsinstituten wie MIT, CalTech und JPL, die auf der ganzen Erde nicht ihresgleichen haben, und einer solchen weit und tief gegründeten wissenschaftlich-technologischen Kreativität, daß „Neu aus Amerika“ ein exzellentes Gütesiegel für Produkte jeglicher Art ist.

Dazwischen geht natürlich immer der Blick zurück nach dem antiken Hellas, das von 600 bis 150 v.Chr. eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Führungsrolle innehatte und noch bis 900 n.Chr. im ganzen Mittelmeerraum gute Lehrer und Ausbildungshilfen stellte.

 

Organisation von Studium, Universitäten ...

Bildung und Forschung sollten u.a. nach folgenden Kriterien organisiert werden, wobei die Finanzierung durch Staat und Studenten am schwierigsten zu lösen ist:

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Jeder Student muß nach Möglichkeit bei dem Professor, bei der Universität und in der Stadt studieren können, die er sich selber frei auswählt.

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Ausbildung und Forschung müssen durch Konkurrenz zwischen öffentlichen und privaten Universitäten und Forschungsinstituten in ihrer Leistung gesteigert werden.

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Die Finanzierung der staatlichen Ausbildung wird zu einem Teil durch Studiengebühren geleistet, und zwar bei fast Null anfangend in den ersten Semestern eines Studenten bis zu fast unbeschränkter Höhe aufsteigend bei sehr hohen Semesterzahlen.

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Mittels vieler und verschiedenartigster Statistiken ist herauszufinden, wie freie Wahl von Universität, Stadt und Professor mit Finanzierung und wissenschaftlichem Ausstoß langfristig am besten zu vereinbaren sind, mit wesentlichem Blick auf Strukturen und Entwicklungen in allen Staaten.

 

Aus der Professoren- oder Ordinarienuniversität ist eine 2-stufig organisierte

Tutor- und Professorenuniversität zu machen. Es kann zweckmäßig sein,

die Universitätsstruktur auch noch mehrstufig zu  machen !

 

Es ist zu erreichen, daß der größte Teil der Lehre in der Universität in den unteren Semestern von Tutoren geleistet wird, was ein gutes Tutoren-Kontrollsystem erfordert und natürlich auch die Finanzmittel dafür. Der Professor managed die Erstellung guter Vorlesungen, die dann nur in Gegenwart des Tutors durch die Studenten an Bildschirmen verfolgt werden (eine Studentengruppe sollte 30 Teilnehmer nicht überschreiten). Es ist bekannt, daß Professoren sehr oft sehr ungern Vorlesungen halten, besonders vor 600 Studenten !

 

1. Stufe: Tutorenuniversität

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Den Studenten bietet sich die Möglichkeit, möglichst schnell als Tutor Geld zu verdienen (500 Euro pro Tutor-Stelle ?).

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Man lernt und versteht oft dann am besten, wenn man den Stoff selber weniger Fortgeschrittenen erklären muß. Der Tutor lernt also im Prinzip gerade durch seine Tätigkeit noch besser, falls er nicht mit vertrags- und studienfremden Forderungen blockiert wird.

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Jeder Tutor betreut nie mehr als 30 Leute. Denkbar ist, daß Studenten hier etwas zuzahlen, so um 50 Euro pro Semester. Dafür haben sie Anspruch auf individuelle Betreuung.

 

2. Stufe: Professorenuniversität

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Dozenten (sehr fortgeschrittene Tutoren) und Professoren schalten sich erst etwa ab dem letzten Drittel des Studiums des jeweiligen Studenten ein und verfolgen dabei mehrere Ziele:

 

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Erkennen, welche der Studenten sich mehr für wissenschaftliche und welche mehr sich für praktische Aufgaben und Probleme interessieren.

 

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Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Lehre in Universität, Forschungsinstituten ...

 

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Förderung von HighTech-Gruppen aus hauptsächlich praktisch veranlagten Studenten, die sich schon während der Fortgeschrittenenseminare, Diplomarbeiten ... zusammenschließen und den Kern einer Firma bilden, die sie sofort nach dem Studium gründen wollen, eventuell weiter unter Betreuung von guten Tutoren (dann als Berater, Leitende Angestellte ...).

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Selbstverwaltung der Universität und Behauptung gegenüber Kultus-, Wissenschaftsministerium ...

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Professoren als Manager einer Ausbildungs- und Forschungsstätte, die Spitzenforschung leistet, Spitzentechnologie liefert und für die Schaffung von vielen Arbeitsplätzen für Nichtakademiker durch Firmengründungen sorgt: „... die Hochschulen zu Existenzgründungszentren machen ...“ siehe das Buch „Aufbruch“ von Bodo Hombach, auf Seite 218.

 

Erfahrungswerte

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Regelstudium: Studenten sind oft noch halbe Kinder und erst recht keine Maschinen im antiquierten SF-Sinne. Es sind keineswegs so sehr die rezeptiven Fähigkeiten entscheidend, sondern die kreativen und originellen. Ferner müssen sich sehr viele Studenten neben ihrem Studium durch Jobs Geld verdienen.

 

 Kein Regelstudium, keine Exmatrikulation nur wegen Überschreitung der Anzahl der zulässigen Semester

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Überlastung der Professoren: Die Komplexität von Lehrstoff und Didaktik alleine ist schon ausreichend, um Professoren zu überlasten. Hinzu kommen nun noch Forschung und Verwaltung.

 

Besonders für Professoren gilt: In der Beschränkung liegt der Meister.

 

Wie ist das aber praktisch durchführbar ? Das Stichwort ist: Entlastung durch Tutoren, fortgeschrittene Studenten und Dozenten.

 

Wenn Professoren sich mehr als Manager verstehen, dann können sie versuchen, Lehre, Forschung und Verwaltungsaufgaben auf möglichst viele andere Leute zu verteilen. Es wird hier auf die o.g. 2-stufige Organisation der Universitäten als Tutoren- und Professorenuniversität verwiesen.

 

Allgemeine Überlegungen und Vorschläge für das staatliche Bildungswesen:

1.

Die Interessen der Studenten und die von Staat und Gemeinschaft sind in optimaler Weise bei Sicht auf hinreichend große Zeiträume gegeneinander abzuwägen. Neigung und Begabung der Studenten, Bedarf des Staates, Nutzen für den Staat, Finanzierung und finanzielle Belastung von Staat und Student müssen miteinander kombiniert werden.

2.

Dem Konzept der ZVS ist eine Struktur zur Seite zu stellen, die im Sinne von 1. operiert und zur ZVS konkurrierend genutzt wird. Sie sollte von 50% der Studierenden genutzt werden können, um Fehler im Bildungssystem nicht flächendeckend wirken zu lassen.

3.

Dem staatlichen Bildungssystem ist ein privates zur Seite zu stellen, das in seiner Aufbauphase vom Staat unterstützt wird. Dieses hat mit den aus öffentlichen Mitteln finanzierten Universitäten und Forschungsinstituten in Konkurrenz zu treten, um die staatlichen Institutionen zu mehr Leistung anzuspornen und Leistungsmängel bei ihnen leichter kenntlich zu machen.

4.

International berühmte Hochschullehrer sollten Beamte werden können, die anderen bleiben Angestellte, die möglichst in Konkurrenz zu- und miteinander arbeiten. Eine Überlastung der Professoren mit zu vielen Studenten pro Semester ist auf jeden Fall zu vermeiden. Professoren in

 

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staatlichen Universitäten sollen zu mindestens 30% ihrer Zeit forschen können und

 

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staatlichen Forschungsinstituten höchstens zu 30% Vorlesungen halten und sich der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses widmen müssen.

 

Auch in staatlich finanzierten Universitäten und Forschungsinstituten müssen die Professoren die Möglichkeit haben, je nach Neigung zu Unterricht oder Forschung die Anteile daran miteinander auszuhandeln. Bei den privat betriebenen Ausbildungsstätten wird sowieso meistens das getan, was den höchsten Wirkungsgrad erzeugt, also vornehmlich den maximalen Ausstoß an guten Studenten, Graduierten, Ideen und Publikationen.

5.

In den ersten 4 Semestern leiten Assistenten (im Angestelltenverhältnis, oft auch auf Teilzeitbasis) den Unterricht in der Universität in relativ kleinen Gruppen wie in der Schule. Die Gruppen dürfen gerade so groß werden, wie noch eine individuelle Beratung und Betreuung durch den leitenden Assistenten möglich ist (30 Studenten pro Assistent ?). Die Studenten haben aber die Möglichkeit, kostenlos über externe Medien 12-38 Standard-Vorlesungen für ihren aktuellen Stoff oder für höhere Semester mitzuhören. Erst nach dem Vordiplom (o.ä.) liest ein Professor im Stil der klassischen Vorlesung - eventuell.

6.

Die Ausbildung muß sowohl für die Bildung der breiten Volksmassen geeignet sein als auch zur Heranbildung hochbegabter Forscher. Das Bildungssystem muß also auch über Elite-Ausbildungsstätten für Hochbegabte verfügen. Hier ist zu beachten, daß wir in Deutschland zwar einen Haufen Sonderschulen haben, aber keine Schulen für Hochbegabte. Die Überförderung von Minder- und Normalbegabten gegenüber Hochbegabten ist auf ein vernünftiges Ausmaß zurückzuschrauben.

7.

Den von öffentlichen Geldern finanzierten Ausbildungsstätten sind private zur Seite zu stellen, die nach freiem Ermessen Studiengebühren erheben können, die bis zur Höhe der tatsächlichen Unkosten pro Student an der betreffenden Privatuniversität reichen. Diese können sich das Ziel setzen, eine geistige Elite heranzubilden.

8.

Die Finanzierung des Ausbildungswesens geschieht bei Schulen und Berufsschulen zu 100% vom Staat. Bei Fachhochschulen und Universitäten sind Studiengebühren zulässig, die sich nach der Qualität der betreffenden Ausbildungsstelle und der Anzahl der Bewerber richtet. Begleitend zur Einführung von - an verschiedenen Universitäten sehr unterschiedlich hohen - Studiengebühren ist nach angelsächsischem Vorbild eine möglichst große Zahl von Stipendien zu finanzieren, die zu - 80% nach Leistung und - 20% nach Los den Studenten zugeteilt werden.

9.

Eine verpflichtend einzuhaltende Regelstudienzeit gibt es nicht. Eine mit der Anzahl der Semester eines Studenten progressive Studiengebühr kann dafür sorgen, daß sich die Studenten von selber beeilen. Dafür sorgt der Staat für die Einrichtung einer hinreichend großen Anzahl von Teilzeitarbeitsplätzen. Dann erübrigt sich die Zwangsexmatrikulation, weil so nach dem 20. Semester der Student die vollen tatsächlichen Studienkosten zahlt oder mehr.

10.

Der Wechsel von Fakultät zu Fakultät muß auch bei höherer Semesterzahl leicht möglich sein. Auch hier können Studiengebühren einen Mißbrauch hinreichend verhindern.

11.

Alle Ausbildungsbeihilfen müssen vom Studenten nach dem Examen nicht mehr zurückgezahlt werden. Der junge Erwachsene soll nicht mit einem Schuldenberg ins Berufsleben eintreten. Es ist aber eine Akademikersteuer etwa in der Höhe von 1 Promille des Jahreseinkommens für das ganze Leben denkbar.

12.

Universitäten und Forschungsinstitute erhalten einen Bonus entsprechend ihrem Ausstoß an guten Studenten oder guten Ideen. Es ist eine Formel dafür zu entwickeln, die die Anzahl guter Studenten und guter Ideen pro Jahr (die eine Universität oder ein gutes Forschungsinstitut pro Jahr ausstößt) mit einer besonderen staatlichen finanziellen Zuwendung in eine vernünftige Beziehung setzt.

13.

Das Kopieren von Ausbildungssystemen in anderen Staaten ist natürlich mit Vorsicht durchzuführen, aber von vornherein sollte man es nicht ausschließen. Also ist bei MIT, CalTech, Harvard, Yale ... tüchtig nachzuschauen, was man da abkupfern kann.

14.

Die Ausbildung in den EU-Staaten sollte angeglichen und zur Hälfte in der Amtssprache Englisch der EU abgehalten werden. Wenn die Völker und Staaten in Europa eine EU wollen - wenn (!) -, dann müssen sie zuerst die Sprachbarrieren abbauen. Hier müssen Schulen und Universitäten vorangehen und dem Englisch überall im Umfeld als Amtssprache zum Durchbruch verhelfen.

15.

Jeder Akademiker zahlt für sein ganzes Leben jedes Jahr ein Promille seines jährlichen Einkommens in eine Akademikerkasse, die ausschließlich Studenten zukommt, z.B. für Tutorstellen, Assistenzprofessuren für die Betreuung von jeweils 30 (?) Studenten, BAFöG, Bezahlung der Studiengebühren ... Auch Ausländer, die im Ausland ihr Diplom gemacht haben und zugezogen sind, müssen diese Akademikersteuer zahlen. Die ins Ausland abgewanderten Akademiker wird man dann entsprechend im Ausland zur Kasse bitten, für dessen Akademiker-Fond.

16.

Es sind Spendenfonds einzurichten, bei denen absolut sicher gestellt ist, daß ihr Inhalt nur Studenten, Universitäten und Forschungsinstituten zustatten kommt, und zwar noch zusätzlich so, wie der Spender das explizit festgesetzt hat. Also muß es Spezialspendenfonds geben z.B. für BAFöG, Tutoren, Assistenzprofessoren ... oder auch für AUT-Forschung, Primatenforschung, WiSo ... Viele Leute wissen z.B. bei ihrem Testament nicht, wohin sie am besten ihr Geld verteilen sollen, und da wären diese Spendenfonds sehr gute Vorschläge.

 

 

Vorschläge zur Organisation des Studiums

 

- Erststudium:

Die Studiengebühr für die ersten 4 Semester kostet 5 Euro pro Semester. Dieser Betrag ist winzig und verursacht tatsächlich Mehrkosten in der Verwaltung dafür. Die Studiengebühr für die nächsten 2 Semester kostet 10 Euro pro Semester, für die nachfolgenden beiden Semester 20 Euro pro Semester. Jetzt hat der Student 8 Semester studiert. Von nun an wird weiterhin die Studiengebühr jedes Jahr um 50 Euro erhöht: Kosten für das 9. und 10. Semester: 70 bzw. 120 Euro, für das 11. und 12. Semester 170 bzw. 220 Euro. Jetzt hat der Student 12 Semester studiert. Realistisch kann man sagen, daß die meisten Studenten ihr Diplom nach 12 bis 14 (?) Semestern ablegen. Dann sind die folgenden beiden Semester (13. und 14.) als Schonfrist anzusehen mit 270 bzw. 320 Euro pro Semester). Und von nun an erhöht sich die Studiengebühr pro Semester einfach um 100 Euro. Auf diese Weise sind Regelstudium und Zwangsexmatrikulation völlig überflüssig. Wenn ein reicher Erbe lange studieren will, zahlt er für die höheren Semester soviel ein, daß er für viele mittellose Studenten mitbezahlt - was will man mehr ? Dafür kann man ihn weiter studieren lassen ! Im 20. Semester zahlt er dann 920 Euro, also knapp 50-mal soviel wie ein Studienanfänger.

 

- Studiumswechsel, Zweitstudium:

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1. Wechsel des Studienfachs, also Umsatteln vor Abschluß des Erststudiums:

Nach den ersten vier Semestern des Erststudiums kann man das Studienfach ohne jede Zusatzbelastung wechseln ==> Bei der Berechnung der Studiengebühren tauchen die - maximal 4 – Semester des Erststudiums nicht auf.

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2. Wechsel des Studienfachs und darüber:

Keine weiteren finanziellen Erleichterungen. Nur die bis zu 4 Semester des Erststudiums werden bei der Errechnung der Studiengebühr nicht berücksichtigt.

 

- Zweitstudium nach Erststudium:

Nach dem erfolgreichen Abschluß des Erststudiums (anders als Studiumswechsel, der wie oben ausgeführt behandelt wird) ist dem Studenten eine höhere Studiengebühr zumutbar, weil er sich durch Tutor-, Assistentenarbeit usw. Geld verdienen kann, was voraussetzt, daß die Universität viele Tutor- und Assistentenstellen bereithält, z.B. aus Akademiker-Fonds bezahlt. Es ist festzusetzen, daß ein wesentlicher Teil des Unterrichts an Universitäten durch Tutoren und Assistenten erfolgt, die um die 30 Studenten betreuen. Vorlesungen im alten Stil, wo ein Professor vor Hunderten von Studenten vorträgt, sollten eine Ausnahme sein.

Auch das Zweitstudium sollte weder Regelstudienzeit noch Exmatrikulation haben, sondern alles über die Studiengebühren regeln. Beim Zweitstudium, das einen erfolgreichen Abschluß in einem Erststudium voraussetzt - wird pro Semester 100 Euro mehr verlangt als beim Erststudium und alles bleibt sonst bei der Errechnung der Studiengebühr wie beim Erststudium.

 

Staatliche und private Bildungseinrichtungen

Eine Säule des Bildungssystems ist, daß es sowohl staatlich als auch privat getragen wird. Schulen, Universitäten, Forschungsinstitute usw. werden vom Staat als auch von privater Hand betrieben.

Unterschiede bzgl. der Aufgaben, Pflichten, Rechte und Ziele für staatliche und private Institutionen:

 

Staatlich:

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Garantie für eine möglicherweise kostenlose Ausbildung für jeden Bürger, da der Staat von der höheren Ausbildung der Bürger auch profitieren will. Der steckt gewissermaßen Kapital zur Ausbildung der Volksmassen in seine jungen Bürger in der Hoffnung eines entsprechenden Rückflusses an Geistigkeit, Kreativität, Arbeitswillen, Treue gegenüber dem Staat usw. Während der Schulbesuch den Bürger nichts kosten sollte, können die höheren Ausbildungswege mit Kosten für den Bürger verbunden sein: Die Grundleistungen haben fast kostenlos zu sein. Ob man geringe Studiengebühren erheben soll, könnte von gesellschaftlichen Parametern abhängen wie der allgemeinen Wirtschaftslage.

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Wenn ein Student etwas zu sehr in Verzug kommt, könnten höhere Studiengebühren berechtigt sein. Fraglich ist hier ein Wechsel des Studiums, eine mangelhafte Vorbereitung der Studenten in der Schule vorher, die Qualität der Vorschriften für das Studium ...

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Es besteht die Gefahr, daß man dem Studenten anlastet, was die Gesellschaft falsch gemacht hat

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Die Sorge für eine akzeptable Ausbildungszeit zur Kostenentlastung der Gemeinschaft muß mit der Sorge für eine möglichst gute Ausbildung zum Nutzen der Gemeinschaft abgeglichen werden

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Aus der Tatsache, daß es viele Sonderschulen für wirkliche oder angebliche Lernbehinderte gibt, aber kaum Sonderschulen für Hochbegabte, kann man wohl schließen, daß das Genie von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird. Zu sehr glaubt man, daß die Ausbildung im jungen Menschen eine Kopie des epochal-regionalen Zeitgeists erzeugen soll. Richtig ist vielmehr, daß die Menschen

 

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ihre eigenen genialen Anlagen optimal erkennen, trainieren und nutzen,

 

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das global auf der Erde verfügbare Wissen in den vernünftigsten Schwer punkten lernen und

 

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aus dem nurpersönlichen Denken heraus finden.

 

 

 

Privat:

 

 

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Schul- und Studiengebühren können erhoben werden, so daß die Institution mit vernünftigem Gewinn arbeitet

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Private Ausbildungsinstitutionen können dazu verhelfen, die Unkalkulierbarkeit der menschlichen Anlagen auszugleichen, die man bei der Definition des Regelstudiums bewußt außer Acht läßt.

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Eliteschulen und -universitäten sind gewünscht, denn mit Nivellierung auf ein geistiges Mittelmaß lassen sich kaum geistige Höchstleistungen stützen, die aber seit jeher für die Entwicklung der Gesellschaft notwendig waren und nicht erst zu Zeiten der Globalisierung der Wirtschaft.

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Der Staat vergibt nach Leistungen und Los Stipendien an mittellose Bürger, damit auch diese in hinreichender Anzahl an privaten Institutionen lernen und forschen können

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Damit ist offensichtlich, daß Leute mit mehr Geld ihren Kindern eine bessere Ausbildung zukommen lassen können, aber bei der Lehre vernünftiger geistiger Systeme ist das für alle Bürger des Staates von Vorteil. Die Anlagen des Menschen zum sozialen Mißbrauch von Kapital, Herkunft und auch Wissen sind bekannt und hinreichend in den geistigen Systemen zu berücksichtigen.

 

Förderung der Genialität der Vielen - Wissenschaftliche Schulen

Sicher ist es so, daß alle Bestrebungen zu einem vernünftigen Bildungssystem unzureichend sein müssen, wenn die Bürger in Schulen, Universitäten ... paranoide Lehrinhalte vermittelt bekommen wie bei Religionen und idealistischen Ideologien. Der Lehrstoff muß also fein gesäubert sein von allen Komponenten, die den Charakter von Wahnsystemen haben (Glauben an ein persönliches Leben nach dem persönlichen Tode; Sein, Nichts und Werden ist die Erklärung für alles ...).

Vor allem das Genie kann im jungen Menschen dessen geniale Anlagen zur Entfaltung bringen. Darum sollte das Studium von Leben, Weg, Werk und Wirkung der „Genies“ ein wichtiger Teil des Schulunterrichts sein.

Es darf auch keine Gläubigkeit gefordert werden und Appelle an Gläubigkeit haben zwangsläufig die Entfernung der entsprechenden Lehrer, Professoren ... aus ihren Ämtern zur Folge. Appelle an Narzißmus und Egoismus usw. zur Stützung von Vorstellungen sind ebenso verboten (damit werden bei Religionen und Ideologien die Leute geködert).

Der normale Schulstoff vermittelt Wissen, die geistigen Systeme Weisheit. Die Lehre vernünftiger geistiger Systeme ist Vorbedingung, da auch ein gutes Bildungssystem bei schlechten geistigen Systemen schlechte Ergebnisse hat. Die Ausbildung dient sicher auch dazu, um dem Menschen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, aber der Unterricht muß auch weltanschauliche, ethische, staatsbürgerliche ... Werte vermitteln. Vor allem muß der Mensch in die Lage dazu kommen, aus der nurpersönlichen, menschlich-tierisch natürlichen Denkweise zum generationen- und artübergreifenden Denken zu kommen. Der Mensch muß also lernen, geistig immer größere Zeiträume zu überblicken und dabei auch vernünftig zu denken. Religionen und Ideologien maßen sich diese Rolle als fundamentale Wertevermittler an, aber das ist Betrug. Nur die geistigen Systeme dürfen als verbindlich gelehrt werden, die möglichst mit dem gesamten Wissen der jeweiligen Epoche, insbesondere mit den Naturwissenschaften, quergeprüft worden sind. .

Der Lehrstoff ist als Ware zu verstehen, die man dem Kunden übermittelt - und damit kommt der Hersteller und Vertreiber in die Haftung. Wenn der Staat also bestimmte Lehrinhalte vermittelt und der Kunde macht Fehler, ist die Ware zu überprüfen. Hier ist der Vergleich mit der Computer-Software angemessen. Ein Softwarehaus leistet für offenkundig gewordene Fehler eines seiner Produkte einen Ersatz, der maximal dem Dreifachen des Einkaufspreises des Programms entspricht. Ähnliches muß auch bei den geistigen Systemen sein, wenn der Bürger vom Staat, Klerus, Politbüro ... genötigt wird, Unsinn zu lernen und zu glauben. Bei staatlichen Institutionen ist die Haftung auf den Staat und auch den betreffenden Ausbilder als Privatmensch zu verteilen etwa in der Art, daß der Staat für Fehler in der dem Bürger aufgenötigten geistigen Systemen neun Zehntel des dadurch angerichteten Schadens übernimmt und der Lehrer ... ein Zehntel, und zwar aus seiner Privatkasse. Schließlich muß jeder, der anderen Leuten etwas erzählt, die ihm zuhören müssen (!), auch dafür irgendwie in Haftung kommen. Aus den Religionskriegen kann man vermutlich den Schluß ziehen, daß ein langfristiges Zusammenleben im Staat mit vielen Religionen kaum möglich ist. Also empfiehlt es sich, von allen Religionen und Ideologien Turboversionen zu erstellen, die um Größenordnungen besser sind als die antiquierten und in ihren vollendeten Entwicklungen in fast identische geistige Systeme übergehen.

 

Vor allen ist die Ausbildung der Menschen genieorientiert durchzuführen, denn es gilt gemäß der Geschichte von Zivilisation, Wissen und Wissenschaft: Das Genie ist das Maß aller Dinge. Das Genie entwirft Vorstellungen, geistige Bilder, Leitideen ..., und diese sind die Basis für die Interpretation der durch die Sinne erfahrenen Realität der Menschen. Jeder Mensch hat geniale Anlagen. Das große Problem für ihn ist, herauszufinden, auf welchem Gebiet sie liegen. Francis Crick hat dafür seinen Plaudertest empfohlen (siehe seine Autobiographie)

 

Alle unsere Vorstellungen und Denkweisen folgen Wissensinhalten, Strukturen usw., die Menschen entwickelt haben, die etwas über ihre Nasenspitze hinaus sehen konnten. Möglicherweise wissen wir im echten Sinne nichts über die Realität, aber unser Wissen, das uns leben und gedeihen läßt, lieferten uns die geistig schöpferischen Menschen. Die Empfehlung ist einfach: Der junge Mensch muß lernen, wo seine eigenen genialen Begabungen lernen. Dafür kann er (Auto-)Biographien lesen über beliebige schöpferische Menschen, und bei ihnen kann er lernen, wie man sich selber geistig-kreativ entfaltet und vor allem lernt, die eigenen genialen Begabungen zu wecken. In der Schule muß der Wissensstoff so angeboten werden, daß der junge Mensch das Bestreben hat, dem großen, geistig schöpferischen Menschen nachzueifern. Parallel zu Lehrstoff muß erzählt werden, wie geistige Entwicklungen von Vorstellungen, Ideen usw. über die Jahrtausende stattgefunden haben. Vorteile des genieorientierten Unterrichts:

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Man muß mittels der Genieforschung die Lebensschicksale geistig schöpferischer Menschen verfolgen und auf diese Weise lernen, wie man seine eigenen genialen Anlagen erkennt und ausbildet. Lernen von den Meistern ! Die Genialität der Vielen ist zu nutzen.

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Man lernt das Ergriffensein von der schöpferischen Geistigkeit, bei anderen Menschen und dann auch bei sich selbst. Man lernt die Schöpfer- und Entdeckerfreude.

 

Friedrich Schiller meinte: Das Genie kann nur vom Genie entzündet werden.

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Man muß wissen, was einen erwartet, wenn man den Weg der Meister gehen will

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Die Gesellschaft ist dem Genie nicht freundlich gesonnen (so Evariste Galois) und auch nicht der guten Tat (so Albert Schweitzer).

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Der geistig schöpferische Mensch muß Überlebensstrategien lernen, um die Zeiträume zu überbrücken, die er zur Ausarbeitung seiner Ideen benötigt. Dafür ist ein regelmäßiges, vernünftiges Körpertraining gut geeignet. Das gilt vor allem dann, wenn man eben völlig neue Ideen hat, völlig neue geistige Wege öffnet.

Zu empfehlen ist, daß in der Schule die Lebensläufe der unterschiedlichsten schöpferischen Menschen durchgesprochen werden, von Künstlern, Naturforschern und Philosophen gleichermaßen. Die genialen Anlagen in den Menschen haben oft eine ungeheure Spezifität und somit ist es schwierig, den Menschen und den Stoff im Unterricht zu bringen, der gerade für einen bestimmten Schüler not wendig wäre. Also muß durch die Streuung klargemacht werden, daß ein Genie auf vielen Gebieten möglich ist, in Malerei, Mathematik, Bildhauerei, Naturwissenschaft, Musik, Politik, Ethik ... Der junge Mensch muß lernen, in welchem schöpferischen Menschen er sich selber am besten wiederfindet.

 

Gefordert: Wiedereinführung der wissenschaftlichen Schulen in Deutschland, die ab 1945 wissentlich im Auftrag der Alliierten zerstört worden sind.

 

Friedrich Schiller sagte treffend in einem seiner Gedichte: „Nur das Genie kann das Genie entzünden.“ Das ist zwar sehr übertrieben, aber in gewissen Grenzen gilt es. Menschen wie Archimedes von Syrakus, Isaac Newton und Carl Friedrich Gauß benötigen keine Zündung durch ein anderes Genies. Sie sind Genies von Natur aus. Aber um zu bedeutenden geistigen originellen Schöpfungen zu kommen, benötigen die meisten Menschen die entsprechende geistige Führung. Das kann man beobachten im Fall von Arnold Sommerfeld als Mentor und Werner Heisenberg und Wolfgang Pauli als seinen Schülern. Alexander von Humboldt, Bernhard Riemann und Konrad Zuse, Konstantin E. Ziolkowski, Hermann Oberth und Wernher von Braun kamen ohne Mentor aus. Max Born  schreibt in seiner Autobiographie bedauernd, daß das Erfolge durch rein rezeptives Lernen an der Universität zu sehr überbewertet und das geistig Schöpferische unterbewertet wird. Victor Weisskopf schreibt, wie sehr er dafür dankt, daß man ihm eine individuelle Studienhilfe gewährt hat. Man kann so sagen: Bisher geht den Staaten zu einem großen Teil das verloren, was seine schöpferischen Menschen eigentlich hätten schaffen können, wenn man ihnen eine mehr individuelle Hilfe bei der Ausbildung gewährt hätte. Isaac Newton hütete sich in der Optik, seine eigene Meinung zu äußern, Albert Einstein ging frustriert von der Schule ab und galt an der ETH in Zürich als Penner ... Der Staat sollte seine Individualisten, Kreativen, Originellen ... mehr schätzen lernen, auch wenn sie Spätentwickler sein sollten.    

 

Förderung der Ausbildung zu Unternehmern in jedem Lebensalter

Wegen der Komplexität neuer Technologien muß man Jung- bis Altunternehmer explizit für den Einstieg in solche Zukunftstechnologien schulen (möglichst kostenlos für diese).

Für junge Leute ist es am besten, wenn man Hochschulabsolventen schon zu Jungunternehmern qualifiziert (also von den Themen für Diplom- und Doktorarbeiten sofort den Übergang finden zur Firmengründung mit wirtschaftlicher Perspektive und aus wissenschaftlichen Schulen Firmen machen). Der praktische Weg könnte sein, daß sich fortgeschrittene Studenten mit einem bestimmten Forschungsziel um ihren Tutor sammeln und vielleicht schon auf der Universität eine Firma für eine bestimmte Art von Produkten der Supertechnologie gründen und führen.

Für ältere Leute ist es am besten, ihnen parallel zur Berufsarbeit laufend die Möglichkeit zu einer billigen und leicht erreichbaren Weiterbildung zu geben. Diese Weiterbildung kann zum größten Teil über den o.g. Lehr- und Hochschul-Radiosender erfolgen, und nach einer Prüfung könnte in einem Kurs die endgültige Qualifikation zum Altunternehmer erfolgen.

Wenn man alle Daten, die auf den Menschen von außen einfallen, als Informationsfeld auffaßt, so kann man sagen, daß dieses Informationsfeld um so dümmlicher und mittelmäßiger wird, je älter er wird. Ältere Leute erfahren somit gar nicht, was sich alles so an Entwicklungen getan hat, die sie als Start zu einer neuen Karriere verwenden könnten.

 

Senioren und Renten

Das bisherige Rentenkonzept geht daran vorbei, daß viele ältere Menschen gerne weiter arbeiten wollen und nur deshalb in die Vorverrentung flüchten, weil sie

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Angst vor Mobbing haben und

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nicht über ein Lehr- und Ausbildungsmedium verfügen, das billig, schnell, leicht, immer und überall erreichbar ist.

Es sind Institutionen einzurichten, bei denen man die Lernfähigkeit und Arbeitskraft der Senioren sinnvoll nutzt und an die sich Senioren jederzeit zur gründlichen Informationsaufnahme ankoppeln können. Auch ältere Menschen lernen noch ziemlich leicht und wollen etwas leisten. Die Medien verbreiten das Bild der Senioren, die nichts mehr wünschen als ein Haus auf Mallorca und „ewiges“ Nichtstun. Dem darf man vielleicht die ebenso unbewiesene Annahme entgegenstellen, daß Senioren auch lernfähige und leistungsbereite Menschen sind, und daß es von der Intelligenz der Gesellschaft und ihrer sittlichen Reife abhängt, ob bei den Senioren die Arbeitsabstinenz oder die Lern- und Arbeitsbereitschaft vorwiegt.

Bisher ist es so, daß die Rentenzahlungen auch an die noch arbeitsfähigen und arbeitswilligen Rentner praktisch verlorenes Geld sind. Wenn man dieses Geld nur zur Hälfte in subventionierte Firmen stecken würde, in denen Rentner frei von Mobbing schöpferisch und gerne arbeiten, dann wäre das viel wirtschaftlicher und für die meisten Senioren im noch leistungsfähigen Alter auch befriedigender.

Viele Senioren finden nicht mehr den Anschluß an die gegenwärtigen Technologien ..., aber nicht, weil sie Alzheimer haben, sondern weil sie im Laufe ihres Lebens schlicht viel vergessen haben und Neues nicht so intensiv lernen konnten, weil sie andere Arbeiten zu tun hatten und eben kein Informationsfeld haben, das sie über die Neuheiten informiert. Es muß möglich sein, daß man ab dem Lebensalter von 50 Jahren sich gründlich weiter bilden kann. Da mit zunehmendem Alter die Augen immer schlechter werden, sollte diese Weiterbildung immer mehrt akustisch ermöglicht werden durch einen Lehr- und Hochschul-Radiosender.

Die Medien tragen einen wesentliche Schuld an einem mangelnden Interesse und Kenntnisstand in Naturwissenschaften und Hochtechnologie, weil viel zu wenig auf Ausbildung ausgelegt sind. Es wird ein Radio-Lehrsender hauptsächlich für Leute ab 50 benötigt, der rund um die Uhr Unterricht, Informationen und Forschungsberichte aus Natur-, Ingenieur-, Staats- und Wirtschaftswissenschaften sowie Tier- und Umweltschutz berichtet. Meldungen über Kriegsereignisse, Naturkatastrophen, Kriminalfälle und bürgerliche Langweiligkeit wie Light Talk hat man auf 25 Radiokanälen. Hat man einen solchen Lehrsender installiert, könnten sich die Senioren gut und billig weiterbilden und man könnte die Entwicklung der o.g. Institutionen frei vom Alten-Mobbing dem freien Markt überlassen, weil dann Senioren ihre eigenen innovativen Betriebe führen können.

Das gesellschaftliche Zusammenleben muß mehr Regelkreistechniken für den Informationsaustausch ... folgen: Kombinierte Alten-, Studenten- und Tierheime könnten etwa so funktionieren, daß sich die Studenten um die Alten kümmern und sich dabei ein Taschengeld verdienen, die Alten sich um die Tiere kümmern und die Tiere durch ihre physische Nähe das Leben der Alten erleichtern.

Einrichtung von kombinierten Studenten-, Alters- und Tierheimen, in denen Senioren die finanzielle Hauptlast tragen. Auch hierfür kann die Akademikerkasse einspringen. Studenten können durch die Betreuung von Senioren Geld verdienen, die Senioren können sich um die Tiere kümmern ... - also so in der Art einer Weltraumstation organisiert und betrieben. Die Alten können die Studenten in der praktischen Lebensführung und Lebenserfahrung unterrichten, so daß junge Leute mehr davor bewahrt werden, die jugendbedingten Dummheiten zu machen.

Der Unterricht in Schulen, Universitäten ... hat prinzipiell genieorientiert zu erfolgen, damit die Menschen für ihr ganzes Leben solchen Denkergestalten nacheifern: Zum aktuellen Lehrstoff werden die Lebensgeschichten der Menschen dargelegt, die diese Kenntnisse für die Menschheit erworben haben. Die Schüler und Studenten müssen aus dem Studium von Leben, Weg, Werk, Wirkung und Schicksal der „Genies“ lernen, wie schöpferische Forschung und Entwicklung zu erfolgen haben und daß die sittliche Kraft des Forschers oft den Ausschlag gibt. Lehrer und Schüler müssen wissen, daß eines der wesentlichen Ziele ist, die Genialität der Vielen zu wecken, auszubilden und gesellschaftlich zu nutzen. Die älteren Menschen können versuchen, sich in ihren Lebensleistungen an solchen geistig schöpferischen Menschen zu orientieren.

An diese Erkenntnis der unbedingten Notwendigkeit der Zusammenarbeit besonders auf wissenschaftlichem Gebiet ist zu appellieren. Genau darauf bezieht sich der u.a. beigefügte Aufsatz über die Verbesserung der WiSo-Forschung. Hier ein Beispiel: Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist eine gute Sache - wie auch die europäische Idee -, aber warum gibt es in diesen WiSo-Instituten keine Naturwissenschaftler und HighTech-Ingenieure ? Überspitzt kann man sagen, daß die „5 Weisen“ eine Arbeit machen, die ein WiSo-Student im 6. Semester mit seinem PC ebenfalls machen kann. Wirklich wichtig sind sicher die Daten und Sollwerte sowie Prognosen für BIP, Arbeitslosenrate ..., aber warum macht man nicht gleichzeitig Vorschläge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation durch Aufzählung und genaue Darlegung von technologischen Projekten, die die wirtschaftlichen Istwerte den Sollwerten anpassen ?

 

Wiederaufstieg trotz Austreibung der „Genies“ und restriktiver Gesetzgebung

 

Seit 1970 zeigt sich in Deutschland immer deutlicher das Phänomen, das man von jeder Schulklasse kennt, wenn man aus ihr die geistig regsten Kinder herausnimmt: Der Geist weicht aus der Klasse heraus und der Lehrer fühlt kein geistiges Echo mehr. Nach dem 2. Weltkrieg verboten die Alliierten in Deutschland die Forschung auf dem Gebiet der Kernphysik, und als 1951 dieses Verbot aufgehoben wurde, setzten ihre willigen Vollstrecker über Jahrzehnte das Verbot schöpferischer geistiger Aktivität in Deutschland durch. Originelle und geistig rege Kinder erhielten in den Schulen keine Förderung, Hochbegabte wurden gewaltsam nivelliert, himmelstürmende Ideen und Forschungsziele wurden kriminalisiert, die Gesetzgebung wurde und wird noch ganz bewußt hochbegabten- und forschungsfeindlich gestaltet, ebenfalls das gesellschaftliche Klima und Umfeld der Bürger – zuerst rekrutierten sich diese willigen Vollstrecker aus den Reihen der biederen Bürger, ab 1970 zunehmend aus den Reihen der 1968er, deren Technikfeindlichkeit sprichwörtlich wurde. Die geistige Einebnung jeder Form von Genialität bestimmte auch das Bild der Universitäten in Deutschland. Jede Universität sollte auf jedem Gebiet gleich gut sein in Lehre und Forschung – eine Unmöglichkeit in der Praxis. Begabung und Neigung der einzelnen Professoren erzwingen, daß jede Universität einen eigenen Charakter haben muß, der sich vor allem in sehr unterschiedlicher Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung auf den einzelnen Fachgebieten manifestiert. Die Nivellierung von Professoren und Universitäten war eine wesentliche Wegbereitung für die Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsmiseren Jahrzehnte später.

Angelsächsische Forscher und Wissenschaftler wissen um die große Bedeutung von Forschungsfreiheit, originellen schöpferischen Ideen und Science Fiction. Die Forschungsfreiheit ist in extremer Form von Francis Crick genutzt und beschrieben worden – seine Forschungen um die wahre Struktur der Erbsubstanz gehörten gar nicht zu seinem Job, für den er bezahlt wurde. Bei der Science Fiction ist es gleichgültig, ob sie in der „Micky Maus“ von Daniel Düsentrieb vorgestellt wird, in SF-Romanen vom Kaliber „Per Anhalter durch die Galaxis“ oder in SF-Filmen. In SF-Romanen, SF-Filmen und SF-Comics präsentiert und manifestiert sich die Genialität der Vielen. Herausragende Forscher in USA und England können öffentlich sagen, daß sie sich von SF-Filmen geistig animiert fühlen und sich vor Beginn der eigenen täglichen Forschung auch einmal einen SF-Film anschauen genau mit dem Ziel, darin Ideen zu finden zur direkten Umsetzung in wissenschaftliche Forschung. So formulierte das Steven Weinberg, und Stephen W. Hawking gab freimütig zu, daß er sich überlegt, wie man einen Warp-Antrieb bauen könnte. Ein Professor in Deutschland würde durch dasselbe Verhalten seine wissenschaftliche Karriere gefährden – siehe die Forschungen auf dem Gebiet der Kybernetik von Karl Steinbuch, Professor für Informatik in Karlsruhe, bis 1970. Die Ionentriebwerke geisterten schon in den 1960er Jahren durch die SF-Literatur. Die gesellschaftlich gewollte Stinklangweiligkeit von Studiengängen und Forschungszielen in den naturwissenschaftlichen Fächern hatte den gewünschten Effekt, daß die Besten Deutschland so schnell wie möglich verlassen und in die angelsächsische Forschung einsteigen wollten. Auf diese Weise erlitt Deutschland zunehmend ab 1970 eine Abwanderung der tatsächlichen geistigen Eliten und die Gesamtsituation von Deutschland Jahrzehnte später in Bildung, Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft wurde so regelrecht programmiert.

 

Ein Weg aus dieser Misere für den Einzelnen und ein Wiederaufstieg für Deutschland ist auf dem Wege möglich, den Wilhelm Reich gewiesen hat: „Nehmt Euch die Freiheit der Wissenschaft und entdeckt, was Ihr wollt.“ Man hat eine ganz bewußte Distanzierung von der offiziellen Wissenschaft zu praktizieren – wo das notwendig ist - etwa in der folgenden Art:

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Wenn die offizielle wissenschaftliche Meinung ein Weltbild propagiert, das nur ein Universum zuläßt, das alle Realität umfaßt, das einst aus dem Nichts entstand und wieder einst im Nichts verschwinden wird – dann propagiert man selber eine multidimensionale Realität mit einer Vielzahl von auch sehr unterschiedlichen Universen, die sich dynamisch nebeneinander, nacheinander ... entwickeln.

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Wenn die offizielle wissenschaftliche Meinung ein Bild vom Neandertaler zeichnet, wo der ein stumpfsinniger Bursche war (bei einem Gehirnvolumen bis 1700 cm3 !), so ziemlich nur quieken und grunzen konnte und in der rechten Hand seine dicke Keule trug, während er mit der linken Hand eine Frau an den Haaren hielt und hinter sich her zog – dann propagiert man selber einen Neandertaler, der sich in der Zeichensprache sehr gut verständigen und auf niedrigem Niveau hinreichend gut akustisch sprechen konnte, der ein gutes Familien- und Gruppenleben auswies, kulturell sehr aktiv war ...   

Was in und seit den 1970er und 1980er Jahren für Physik, Kosmologie, Paläoanthropologie und Weltraumforschung galt und gilt, gilt seit 1990 auch für die Molekularbiologie. Aber die restriktive Gesetzgebung und gesellschaftliche Ächtung von SF-Motiven muß nicht unbedingt ihren Widerhall in der eigenen Forschung finden, insbesondere dann nicht, wenn man die Entwicklung von Individuen, Gruppen, Arten ... statistisch betrachtet, wo diese SF-Motive unmittelbar zur Entwicklung der Maschinen der Superzivilisation führen.

 

Viele sehr unnütze Schwierigkeiten kommen daher, daß sich Individuen, Gruppen ... als einzigartig dünken und auf den großen Nutzen statistischer Untersuchungen verzichten. Objektivierte Untersuchung und Therapie sind sehr viel leichter, wenn man sich von den jeweiligen Elementen einer Gruppe löst und nur die Eigenschaften der Elemente berücksichtigt, die die aktuell betrachtete Gruppe bilden. Für die Entwicklung von Zivilisationen ist ausschlaggebend, daß nicht die Zivilisation, sondern die Superzivilisation entscheidend ist. Ein ganz wesentliches Merkmal der Superzivilisation ist ihr Maschinenpark, und so gehört es zu den wichtigsten Aufgaben einer Zivilisation, diese Maschinen der Superzivilisation zu entwickeln. SF-Autoren sind die Vordenker auf unserem Wege zu Supertechnik und Weltraumgestützter Superzivili­sation (WGS), der seit den Anfängen der Zivilisation in Sumer und Ägypten schon mindestens 5000 Jahre lang ist. In sehr vielen SF-Romanen ist dieser Maschinenpark der Superzivilisation beschrieben. Vorrangig brauchen wir solche Maschinen der Superzivilisation, die in möglichst kurzer Zeit und möglichst gut einen gewünschten Erbcode erstellen (Genstrukturatoren) und solche, die eine beliebig erzeugte, befruchtete Eizelle bei höchster Qualität und Zuverlässigkeit zum fertigen Baby entwickeln (Biotechplazentas). Mit der Wahl seiner Forschungsziele und –methoden nimmt der Forscher ganz bewußt sein Leben und seine Forschung in die eigene Hand. Wir haben die Superzivilisation zu erschaffen, gegründet auf die Maschinen der Superzivilisation, und alle diese Maschinen der Superzivilisation sind konsequent zu entwickeln, ganz gleichgültig, was Autoritäten, offizielle Wissenschaft, Gesellschaft, Staat ... dazu sagen. Das ist der Weg des Genies. ..

 

Aufstieg, Blütezeit und Verfall von Völkern, Kulturbereichen, Stadtstaaten, Nationen und Reichen der letzten Jahrtausende weisen als Hauptursachen der Verfallser­scheinungen meistens Epikuräertum, Großfressigkeit, Großmannssucht, Leistungs­unfähigkeit, Leistungsunwilligkeit usw. der herrschenden Schichten und regierenden Menschen auf. Legen Sie Staaten, Kulturbereiche, Institutionen usw. auf die Couch und untersu­chen Sie die Ursachen für Verfall, Leistungsunfähigkeit ... ( Staatsmedizin).  Ver­suchen Sie mit diesem Wissen, Staatstheorien zu konstruieren im Range einer QCD oder AUT !

Lassen Sie sich von arrogantem, dümmlichem, lügnerischem usw. Gehabe der mächtigen Menschen und herrschenden Schichten nicht beeindrucken, denn Men­schen dieser Art bewirken seit Jahrtausenden Verfall und Untergang der Gemein­schaften, in denen sie leben.

Demokratie, Verfassung und Parlament sind eine notwendige, aber zum langfristigen Funktionieren eines Staates nicht hinreichende Bedingung (Hellas  ... !).

Fragen Sie Kultus-, Forschungsminister, sonstige Politiker, politische Beamte, Pro­fessoren, Institutsleiter, ... Ihres Landes, weshalb Ihr Land in der internationalen Spitzenforschung so schlecht da steht !

Fragen Sie Philosophen, Intellektuelle, Klerikale, Literaten ... Ihres Landes, warum sie keine Versuche machen, die bestehenden älteren zentralen geistigen Systeme (Human-Software) so zu ändern bzw. ganz neue zu konstruieren, damit ein mög­lichst großer Teil der Menschheit die ihm angemessene Abstützung von Lebenssinn, Lebensbejahung, Lebenshoffnung, höherer Ethik, Verantwortungsbewußtsein usw. durch optimale, moderne und das gesamte epochale Wissen berücksichtigende Human-Software erhält.

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Unter welcher Human-Software leben die Menschen der betreffenden Nation und Staatenverbände sowohl subjektiv am glücklichsten als auch objektiv am produktiv­sten und nützlichsten (also bei Sicht auf möglichst große Zeiträume) ?

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Fragen Sie Abgeordnete, Wirtschafts-, Finanz-, Justizminister, Politwissenschaftler, soziologische und politologische Institute Ihres Landes, wo die Simulationsrechnun­gen, Kalkulationen, Abschätzungen und Prognosen für die Auswirkungen der ver­wendeten Human-Software und für deren Auswahl bleiben.

Wie oft erleben wir aber bei Menschen und Men­schengemeinschaften verheerende Abstürze aufgrund mangelhafter und total ver­alteter Human-Software ! Für Wartung und Entwicklung der Human-Software ist mindestens soviel Aufwand zu treiben wie für Computer-Software !

 

Jeder Lehrer, Erzieher, Priester usw. muß geistig in der Lage sein, seine Anbefoh­lenen nicht nur an den Tempel der Wissenschaften - mit einer Fassade, die je nach Blickwinkel die Sicht auf die alten zentralen geistigen Systeme wiedergibt - heran­zuführen, sondern auch hineinzuführen und ihnen darin eine ausreichende, wenn auch vorerst grobe Orien­tierung zu geben. Die weitere Ausbildung und Orientie­rung übernehmen dann die Fach­lehrer, von denen dann auch zu verlangen ist, daß sie das Äußere ihres Tempels kennen und wissen, unter welchen Aspekten die Menschen zu den Wissenschaften und zur Alma Mater kamen: Lehrer usw. für Naturwissenschaften müssen sich auch etwas in älterer Human-Software ausken­nen, um erkenntnistheoretische Nöte usw. der Studenten verstehen zu können. Dafür ist im Rahmen miteinander konkurrierender, einander ergänzender Realitätsvorstellun­gen und Weltsysteme zu operieren. Es mögen göttliche Wesen existieren und Universen - auch nach Plan - erschaffen, aber sie werden wahrscheinlich von den "heiligen" Schriften der Menschen nichts wissen, denn  diese sind ausschließlich Menschen­werk.

 

Friedrich Engels und Karl Marx haben sicher gute Arbeit geleistet, angespornt von der furchtbaren Not der Werktätigen in der Zeit der frühen Industrialisierung und der verbrecher­ischen Kooperation der Klerikalen mit den Aristokraten, Mächtigen, Regierenden usw. - aber ihre Arbeit war nicht gut genug.

Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin) hat sicher gute Arbeit geleistet, in ähnlicher Motivation wie Engels und Marx, aber auch seine Arbeit war nicht gut genug. Dazu kam noch, daß Lenins Arbeiten nach seinem frühen Tod 1924 nicht weitergeführt wurden. Es gab freilich einen Haufen von ideologischen Fanatikern und Opportunisten, aber es gab keine weitere Ausar­beitung der philosophischen Systeme - trotz dem Hinzukommen von Allgemeiner Relativi­tätstheorie (ART), darauf gestützter Kosmologien, Quantenmechanik bis hin hin zu postmo­dernen Quantenfeldtheorien und AUTs.

Engels, Marx und Lenin stützten sich wortgewaltig auf Logik, Vernunft, Ratio und Naturwissen­schaften (Klassische Physik!), desgleichen und noch viel lautstärker und meistens nur op­portunischen Lippenbekenntnissen nach ihre dritt- und viertklassigen Epigonen. Wir haben ab 1989 den Zusammenbruch der meisten sozialistischen oder kommunistischen Systeme erlebt. Das deckt sich durchaus mit dem Auf und Ab christlicher und islamischer Reiche in den letzten knapp 2000 bzw. 1400 Jahren. Aber die christlichen und islamischen Reiche beriefen sich nicht auf Logik und Naturwis­senschaften, sondern auf Gläubigkeit, Glaubensinhalte, Gehorsam gegenüber „Gott“, christ­liche Vernunft (Scholastik) usw.

Wieder stehen wir heute mit dem Erstarken der Naturwissenschaften und ihrer Ausdehnung über die Biologie auf Soziologie, Philosophie und insgesamt alle geisteswissenschaftlichen Disziplinen an der Schwelle zu einer neuen Welt- und Gesellschaftssicht, und wieder gibt man vor, sich dabei auf Logik, Vernunft und Naturwissenschaften zu berufen.

Die ungeheuren Opfer an Leben und Kulturwerten während der Revolution ab 1917 in Rußland und ab 1924 in China sowie die auch aus ideologischen Gegensätzen entstande­nen beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert zwingen zu einer kritischen Haltung gegenüber  „auf Vernunft und Wissenschaft gestützten“ Theorien und Modellen, insbesondere nach Bekanntwerden ihrer Fehler:

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Es bedarf vieler Menschen, um ähnliche und bessere zentrale geistige Systeme für die heutigen Menschen (und ihre Nachfolger) zu entwickeln.

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Es bedarf der Einrichtung von Forschungsinstituten, Systemhäusern, Ingenieurbüros usw. zur Entwicklung optimaler zentraler geistiger Systeme, wo viele Menschen höchster Ausbil­dungsstufe optimale Human-Software schreiben.

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Es müssen große und kleine Forscher, Privatgelehrte, SF-Autoren und Wissenschaftsjour­nalisten als unabhängige, unbestechliche, schöpferische und kritische Intelligenz dafür sor­gen, daß die Institutionen auch ihre Arbeit machen und sich nicht - wie so häufig - in Op­portunismus, Höflingsknatsch, reinen Übersetzungsfunktionen usw. erschöpfen.

Eines der Hauptwerke von Immanuel Kant war die „Kritik der reinen Vernunft“. Damit war die Kritikfähigkeit der Vernunft gemeint. Nach den Erfahrungen des 19. und 20. Jahrhunderts muß nun die Vernunft und besonders ihre Anwendung sehr kritisch untersucht werden. Ap­pelle an die Vernunft mögen nur brutale Machtansprüche kaschieren. Die Berufung auf die Vernunft mag nur der banalen Verfestigung von Vorurteilen und ideologischen Verbohrthei­ten dienen. Der Anspruch auf Vernunft mag nur zur Rechtfertigung von Greueltaten die­nen ...

 

Zur Bändigung der Machtmittel der Supertechnik benötigt man eine Superethik, wor­aus man dann die Superzivilisation schaffen kann. Diese Superethik darf nicht menschenbezogen sein, sondern sie muß überall im Universum ziemlich gleich sein.

Das Leben ist als höchstes Gut aufzufassen und die höchsten Anstrengungen der Men­schen haben sich vorerst darauf zu richten, als Hüter des Lebens zu wirken und dafür eine Superzivilisation mit den gigantischen Machtmitteln der Supertechnik aufzubauen. In diese Superzivilisation ist die natürliche lebendige Schöpfung in größter Artenvielfalt und Individuenanzahl zu integrieren, wodurch ein Organismus 3. Stufe gebildet wird, der prinzipiell unsterblich sein kann.

 

Zur Führung von komplexen Staaten benötigt man eine Staatswissenschaft mit guten Staatstheorien. Wo werden diese entwickelt ?