Aufstieg, Blütezeit und Verfall von Völkern, Nationen, Kulturen und Arten

 

Warum blühen Völker plötzlich auf und verschwinden oft ebenso plötzlich wieder, wieso erstarken Reiche und verschwinden fast über Nacht wieder, warum erlöschen Kulturen, die einst alle ihre Nachbarkulturen weit überstrahlten ?

Ist es so, daß diese Völker oder Kulturen ihren "Lebensimpuls" verloren ?

Wurden die Quellen verstopft, aus denen ihre Kraft und ihr Lebenswille kam ?

Trilobiten, Panzerfische, Quastenflosser, Lurche, Reptilien, Saurier, Meeres- und Flugechsen sowie Säugetierarten waren einst sehr verbreitete und beherrschende Formen der Tierwelt - und oft verschwanden sie „plötzlich“ wieder.

Ist es so, daß sie an inneren Krankheiten ausstarben, an neuen und mächtigeren und listigeren Gegnern, an Versiegen ihrer äußeren und inneren Lebensquellen ?

Charles Darwin hat 1859 mit seiner Theorie über die Evolution der Arten (Species) einen guten Teil dieser letzten Frage beantwortet. Leider steht aber die Beantwortung der Frage nach den Ursachen für Aufstieg, Blütezeit und Verfall von Völkern, Reichen, Kulturen, Nationen, Staaten, ... noch aus. Dieses Fehlen einer anerkannten Theorie* über die Zivilisationskrankheiten und -fallen usw. hat mehrere gewichtige Gründe:

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Die jungen Menschen werden so viel mit veralteter Human-Software und ältester Science Fiction (Religionen !) vollgestopft, daß sie ihr Leben lang vergeblich darum ringen, aus diesem Schlamm von Quatsch und Kikifax wieder herauszufinden. Dasselbe gilt für die ideologische Indoktrinierung.

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Die ganze Erziehung in Elternhaus, Schule, Universität, ... ist auf ein Denken in viel zu kleinen Zeiträumen ausgelegt. Dadurch sind die meisten Menschen in ihrem Leben zeitlich blind, was meistens auch ihre sittliche Blindheit bewirkt. Die wirklich höhere Ethik und Vernunft entwickelt sich nur bei Sicht auf immer größere Zeiträume und in Kenntnis des aktuellen Wissens der Epoche.

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Die Bearbeitung von Ursachen für Zivilisationskrankheiten und Verfallsprozesse bei früheren Völkern, Nationen, ... wirft gleichzeitig ein deutliches Licht auf die Fehler und Schwächen aktueller Personen, Mächte und Staatsorgane - siehe die Genieforschung.

Ebenso, wie die Genieforschung in jedem Unterricht ängstlich gemieden wird, weil sie die faktische Dummheit, Dummdreistigkeit, infantile Gläubigkeit, wissenschaftliche Korruption, ... epochaler Autoritäten und Staatsorgane beweist, werden auch Ansätze zur Staatsmedizin gemieden. SF-Autoren, die einen Zweig realistischer, naturwissenschaftlich und sittlich hochstehender SF schaffen, können hier wesentlich helfen, die Bevölkerung mit lebensnaher Darstellung der Umstände und Probleme in einer sich entwickelnden Superzivilisation zu versorgen. Seit den Zeiten von Sumer in Mesopotamien (etwa 3200 bis 1955 v.Chr.) ist der nächtliche Sternenhimmel zwar nicht unverändert geblieben, aber für den normalen Menschen ist er dennoch ein Inbegriff für die Unveränderlichkeit, für das Ewige. Ähnlich unveränderlich galt bis vor einigen Jahrhunderten den Menschen noch die Natur im volkstümlichen Sinne als die Gesamtheit der geologischen, biologischen und klimatischen Ereignisse. Seitdem man die Reste vorgeschichtlicher Lebewesen entdeckt und deuten gelernt - * Der Verfasser hat den Entwurf zu so einer Theorie als "Staatsmedizin" in dem Buch "Entwicklungen, Berichte und Anekdoten aus dem Anthropozoikum", 1995, vorgestellt. hatte, brach die Vorstellung von der Unveränderlichkeit der Arten zusammen. Lamarck, Erasmus und Charles Darwin, Wallace, Huxley, Haeckel, Fuhlrott und andere Forscher erkannten allmählich, daß die Unveränderlichkeit der Tier- und Pflanzenwelt einschließlich des Menschen nicht gegeben ist. Dieses Phänomen ist mit dem Artentod eng korreliert, den seit geschichtlicher Zeit auch der Mensch Tierarten bereitet. Früher fielen der Technik und Raubgier des Menschen nur vereinzelt Arten von Tieren zum Opfer, wie die Dronte auf Mauritius, die Steller'sche Seekuh oder die nordamerikanische Wandertaube. Seitdem die Technik dem Menschen immer mehr Vernichtungsmittel in die Hand gibt, sieht der Mensch die Tier- und Pflanzenarten um sich herum dahinschwinden. Heute erleben wir das Phänomen des Artentodes recht häufig. Heute, wo viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind, die Menschheit selber inbegriffen, erleben wir die Bedrohung und Realisierung des Artentodes unmittelbar. Artentod, das ist der Tod einer Tier- oder Pflanzenart, das ist das vollständige Aussterben aller Vertreter einer Art. Dieses Phänomen ist in der zeitlich weiträumigen Evolution keine Seltenheit, mehr noch, es ist die Regel. Der Mensch ist ein Säugetier mit einem extrem hoch entwickelten Gehirn. Der Mensch hat alle Bedürfnisse, Eigenschaften und Gewohnheiten höherer Säugetiere. Der Mensch ist der Spezialfall eines besonders hoch entwickelten Säugetieres. Der Mensch ist noch ein Tier. Inwieweit gelten die Gesetze von Aufblühen und Verfall auch für die heutige Menschheit ? Als Fuhlrott im Neandertal bei Düsseldorf die ersten Schädel von "Urmenschen" sah, die man dann als "Neandertaler" bezeichnete, mit großem Überaugenwulst und primitiverer Schädelform, bekam er einen Vorgeschmack von dem, was auch für den Menschen zutreffen kann. Die Hominidenfunde beweisen, daß das Gesetz von Aufblühen und Aussterben von Arten auch für die Abkömmlinge der Dryopithecinen gilt, die etwa vor 7 Millionen auf die Hominidenlinie einschwenkten und den aufrechten Gang annahmen. Das Aufblühen und Erlöschen von Völkern, Nationen oder Kulturen der Menschen unterstützt diese These. Völker können dahinwelken, unterwandert oder gemordet werden. Sie können auch ausgerissen und verpflanzt werden. Städte und Staaten können an innerem Parteihader, Klassenhaß oder sozialen Mißständen dahinwelken, oder sie können durch fremde Mächte unterwandert oder erobert werden. Gedenken an solche Ereignisse haben sich im Gedächtnis der Menschen bewahrt wie durch Ilias und Odyssee von Homer. Wissen wir aber genau, warum der Neandertaler ausgestorben ist, warum Sumer, Altägypten, Altbabylonien, Assur, Neubabylonien, Hellas und Rom aufblühten und wieder verschwanden ? Für über 150 Millionen Jahre waren die Saurier die beherrschenden Tiere auf dem Lande, im Meer und in der Luft. Zu Ende der Kreidezeit schwanden sie alle dahin. Nur die Reptilien wie Schlange, Waran, Eidechse und Krokodil überlebten das große Sterben. Alle 2-beinig laufenden Echsenarten wurden bis vor 64,5 Millionen Jahren ausgelöscht. Die Gesetze, die die Evolution der Arten bestimmen, legen nur zu einem Teil auch die Evolution der Menschheit und die Entwicklung ihrer Gemeinschaften, Kulturen und Entwicklungsprodukte fest. Die im Laufe der Zeit höherentwickelten Tierarten und mit ihnen die Menschen besitzen neue Qualitäten und Leistungen, so daß neue Entwicklungsgesetze mitbestimmend werden. Z.B. sehen wir deutlich bei höheren Tieren und dem Menschen, daß das Entwicklungsprinzip von "Versuch und Irrtum" durch das von "Simulation vor der Handlung bzw. Konstruktion" immer mehr ersetzt wird, wodurch Material, Zeit und Energie in einem ganz enormen Ausmaß eingespart werden können.

 

Der notwendige Schritt zur Entwicklung gentechnisch veredelter Menschen

Seit Jahrtausenden klagen die Menschen über ihresgleichen. Was Menschen ihren Mitmenschen oder ihren sonstigen Mitmenschen für Greuel antun, gehört in eines der finstersten, grausamsten und blutigsten Kapitel des "Buches des Lebens". Dabei kommt es oft vor, daß Menschen Geschöpfe mißhandeln oder töten, ohne irgendwie durch äußere Zwänge dahingebracht zu werden. Sie machen das rein aus der inneren Lust her am Quälen und Töten, im Rausch von Herrsch- und Machtgier, im Blutrausch, aus Neid, Haß oder sonstigen niederen Beweggründen. Was die eine Seite der Menschheit an hohen und schönen Werken aufbaut, wird von der anderen Seite auf häßlichste Weise entwürdigt und zerstört. Das sind Licht und Schatten der menschlichen Veranlagung, die letztlich die drohende Gefahr der Selbstvernichtung der Menschheit heraufbeschwören, und dabei würde die Menschheit keine Nachfolger haben. Es wäre ein Artentod als Sackgasse der Evolution, kein Artentod im Zuge des Artenwandels zu höheren Formen. Vor der technischen Möglichkeit zur Veredelung des Menschen durch genetische Eingriffe am Erbgut war der Mensch sich selbst ausgeliefert. Es bestand ja keine Möglichkeit für ihn, sich von dem bestialischen und mörderischen Erbe seiner Vorfahren zu trennen, das etwa in Grausamkeit, Neid und Gier in jeder Form, Haß, Sadismus, Mordgier, Herrschsucht usw besteht. Aber bald wird es möglich sein, den 2. Schritt zu tun, der die Vernunftwesen in die Realität bringt. Wir können heute schon mit Sicherheit sagen, daß die Konstruktion von Vernunftwesen, ausgehend von den menschlichen Genen und der humanoiden Gestalt, machbar ist. Mit der Konstruktion der Vernunftwesen hört die furchtbare Vorstellung auf, daß die ganze Evolution auf den Schultern des Menschen ruht, von seiner Veranlagung zum Guten und Bösen abhängig, und dazu verdammt, mit dem Bösen im Menschen zu leben oder - auszusterben. Was nahm den untergegangenen Völkern, Staaten oder Kulturen ihre Lebenskraft ? Wir kennen den furchtbaren Völkerhaß seit den Tagen der Sumerer, Akkader, Elamiter und Semiten, wir kennen den furchtbaren Klassenhaß in aller Deutlichkeit seit den Tagen von Hellas und Rom, wir kennen den Haß zwischen den Vertretern der verschiedenen Religionen und Konfessionen, Ideologien und sonstigen Bekenntnisse. Wir kennen den Neid der Städte auf andere Städte, den Neid von Nationen und Völkern auf andere Nationen und Völker, den Neid von Menschen auf andere Menschen, die Gier nach dem Besitz, Land und Gut anderer Menschen. Noch heute dominiert bei den Menschen das Bestreben nach Verdrängung des anderen Menschen, des Konkurrenten. Nicht die Verlandung von Häfen, die Verlagerung von Karawanenwegen, das Aufblühen anderer Volksstämme oder Nationen, das Versiegen von Rohstoffquellen usw bewirken den Verfall und Niedergang von Völkern und Staaten, sondern nur das Böse im Menschen. Dieses Böse im Menschen wird einstmals die Menschheit ganz vernichten, wenn sich die Menschheit nicht selber von sich aus von diesem Bösen im Menschen trennt, und zwar durch die Flucht in höhere Formen, die das Böse nicht mehr in sich tragen.  Für etwa 100 Millionen Jahre waren die Saurier die herrschende Tierart auf der Erde. Vor 64 Millionen Jahren treten die Säugetiere aus ihrem Schatten hervor. Die gemeinsamen Vorfahren der heutigen Affen und Menschen lebten bereits vor 25 Millionen Jahren, und der heutige Mensch hat seine ersten Vorgänger etwa vor 1 Million Jahren. Den heutigen Menschentyp gibt es seit etwa 40000 Jahren, die ersten Hochkulturen seit 5000 Jahren (Atlantis nicht berücksichtigt). Man sieht deutlich, daß die Evolution schneller wird, auch ohne die Technik oder den Eingriff des Menschen. Der Mensch führt nur diese Beschleunigung der Evolution weiter. Die Menschheit steht z.Z. in der Blütezeit ihrer Entwicklung. Aber es läßt sich leicht abschätzen, daß die Werkzeugintelligenz des Menschen seiner ethischen Fähigkeit weit vorauseilt. Im Zuge der technischen Evolution werden einzelne Menschen oder Menschengruppen immer mehr Vernichtungsmittel in die Hände bekommen, was irgendwann die gewaltsame Vernichtung der Menschheit herbeiführen kann. Es ist aber auch möglich, daß sie in einer total zerstörten Umwelt auf der Erde einstmals dahinwelkt und sang- und klanglos ausstirbt. Der Artentod der Menschheit ist somit durch eine mögliche Selbstvernichtung der Menschheit schon in naher Zukunft möglich. Diese Bedrohung seiner eigenen Art durch sich selber kann der Mensch nur durch eine Methode abwehren, und zwar durch eine Flucht in eine höhere Form, in der er nicht mehr das Böse in sich und mit sich trägt, wo immer er auch hinkommt: Sie bedeutet die Konstruktion von Intelligenten Wesen (IW) durch den Menschen, und zwar von solchen IW, die die Fehler der Menschen nicht mehr haben. Tut der Mensch diesen Schritt nicht, aus technischem Unvermögen oder aus religiösen oder ideologischen Spinnereien und Wahnvorstellungen heraus, wird für ihn das zutreffen, was man mit der schaurigen Redewendung bezeichnet: "Sie gingen für immer dahin." Mit der Folge des nachfolgerlosen, totalen Aussterbens. Diesem ethischen Unvermögen und Versagen des rezenten Menschen begegnen wir in der Geschichte und im Alltag der Menschen auf Schritt und Tritt, wo wir das Entwicklungsprinzip der Natur wiederfinden, in unermeßlichem Reichtum Arten und Individuen zu schaffen und sie in unermeßlicher Gleichgültigkeit wieder zugrunde gehen zu lassen. So gilt auch für Menschen und Völker das Sinnbild des Herbststurms, der die welken Blätter vor sich her treibt. SF-Autoren haben hier ein großes und wichtiges Aufgabengebiet, die ganzen Fragen und Probleme um die künstlich-technische Konstruktion gentechnisch sehr veredelter Menschen sorgfältig auszuarbeiten. Dadurch kann das Schicksal der Menschheit entschieden werden. Sicher ist, daß das Böse und Bösartige, das dem Menschen innewohnt, mit den laufend wachsenden Machtmitteln der sich entwickelnden Superzivilisation nicht vereinbar ist. Das Böse scheitert auf jeden Fall an der Zeitmauer. Es ist nur die Frage, ob es den Menschen mit in den Abgrund des Versagens und Vergessens zieht, bevor sich die Menschen gentechnisch von ihm befreien konnten.

 

Den Artentod der Menschheit vor Augen - Der Abend der Menschheit

 

IW

Intelligente(s) Wesen

IWA

Art(en) (Species) von IW

TZ

Technische Zivilisation(en)

NBE

Natürliche Biologische Evolution

VIW

Vernunftwesen

 

Lieber Leser, hast Du Dir einmal eine Vorstellung über die Redewendung gemacht: "Sie gingen für immer dahin." ? Gehen wir durch die Ruinen von Ur in Sumer, so erhalten wir eine Ahnung von der Bedeutung dieses Ausspruchs, und ebenso, wenn wir in einer Sandgrube oder in einem Steinbruch auf Fossilien einer längst verschwundenen Tierart stoßen. Artenneuentstehung, Artentod und Artenwandel sind die bestimmenden Größen bei der Beschreibung der biologischen Erscheinungsformen in der langfristigen Evolution. Gehen wir durch die Ruinen von Warka, so kann es sein, daß einstmals andere IW durch die Ruinen der jetzigen Städte gehen werden. Betrachten wir den Schädel eines Urmenschen, so kann es sein, daß aus den Menschen hervorgegangene höhere IW einstmals unsere Schädel betrachten, oder daß das IW tun werden, die in Jahrmillionen aus den Tiefen von Raum und Zeit auftauchen und auf der Erde archäologische Untersuchungen betreiben. Sehen wir in einem Steinbruch die Fossilien einer Tierart, die schon für Hunderte von Millionen Jahren ausgestorben ist, so kann es auch sein, daß einstmals irgendwelche IW ebenso unsere Reste sehen werden, nach einem ähnlich großen Zeitraum. Das ist das Entscheidende: Unser Menschheitsschicksal kann so aussehen wie das, das so viele Tierarten vor uns hatten. Auf Grund dieser Erkenntnis können wir die möglichen Endstadien der Menschheit ebenso zu errechnen suchen wie die Endstadien von Sternen in Abhängigkeit von ihrer anfänglichen Masse, chemischen Zusammensetzung und Rotationsgeschwindigkeit. Dabei bedeutet hier Endstadium kein absolutes Ende für den Stern und auch nicht für die Menschheit und ihre Werke. Ein Stern von anfänglich Sonnenmasse dämmert über Dutzende von Milliarden Jahren im Zustand des Braunen Zwerges aus. Von der Menschheit müssen wir hoffen, daß sie prinzipiell nicht ausdämmern muß in Richtung ewigem Verschwinden samt allen ihren Werken. Aber das Endstadium der Menschheit kann sehr wohl auch das Endstadium dieses Evolutionszweiges zur Menschheit sein, wenn sie sich selbst gewaltsam auslöscht oder durch Naturprozesse vernichtet wird. Das Endstadium der Menschheit muß also keinesfalls auch ein Endstadium der Technischen Zivilisation (TZ) der Menschheit sein. Im Prinzip kann es so sein, daß der Schritt vom Endstadium der Menschheit zum Anfangsstadium der nachfolgenden Art von Vernunftwesen sich im Gang der Evolution der TZ, der sie beide angehören, nicht als einschneidendes Ereignis kenntlich macht. Es ist einfach dann so, daß mehr und mehr die Neuentstehung von IW nach Plan und Konstruktion mit erheblicher Verbesserung der "Menschen" erfolgt, und daß allmählich der alte "Adam" ausstirbt - als ganz zwangsläufiges und nebensächliches Ereignis. Der Abend der Menschheit muß also keineswegs ein Abend der Schöpfung, ein Abend des Lebens auf der Erde oder das Ende dieser Evolutionsphase sein, die vor über 4 Milliarden Jahren hier auf unserer Erde begann. Der Abend der Menschheit ist - bei einem "normalen" Gang der Evolution die Phase des Übergangs von der Zeit der klassischen Menschen zu der Zeit der Vernunftwesen, genauso wie es einmal eine Zeit für den Übergang der Herrschaft über die Erde von den Sauriern zu den Säugetieren gab. Damit ist der Abend der Menschheit notwendig, um die neu geschaffenen Vernunftwesen die Träger der Evolutionsphase werden zu lassen. Das ist eigentlich nicht sehr befremdlich. Wir kennen das. Das ist eben Evolution. Wie sieht nun der "Abend der Menschheit" aus ? Zuerst einmal ist festzustellen, daß es lokal Freiheiten oder verschiedene Wege gibt, daß aber global die Evolution determiniert ist. Das bedeutet hier: Die Menschheit kann sich dem Gesetz vom Artenwandel bewußt unterwerfen und schließlich in höheren Formen aufgehen und so überleben. Sie kann sich aber auch zum Weiterleben in dieser jetzigen Form entscheiden und muß dann voll die Konsequenzen tragen, die sich durch das Böse im Menschen bei einer immer mächtiger werdenden Technik ergeben. Über die Jahrtausende hinweg betrachtet bedeutet das mit Sicherheit : Die Menschen vernichten sich selbst, durch Nuklearkrieg, Massenwahn, Dekadenz usw. Das Böse im Menschen unterliegt einer Zeitmauer. Es kann nicht beliebig weit in die Zukunft vordringen, da es ein Anachronismus ist. Nun hat der Mensch die Wahl, zusammen mit dem Bösen in ihm auszusterben oder sich von diesem Bösen in sich bewußt zu trennen und dadurch in höheren Formen zu überleben. Wie weit reicht die Vernichtungsmacht der heutigen Menschheit ? In den nächsten Jahrzehnten wird ein Nuklearkrieg auch unter Einsatz aller verfügbaren Waffen und Kenntnisse nur das Aussterben der höheren Tierarten bewirken. Schon die Insekten würden in vielen Formen überleben. Eher erscheint es als möglich, daß chemische Verbindungen entdeckt werden, die gezielt alles Leben dadurch vernichten, indem sie die DNS/RNS der Zellkerne angreifen und zur Reduplikation unfähig machen. In diesem Fall kann man davon ausgehen, daß es für Millionen Jahre auf der Erde überhaupt kein Leben mehr geben wird, weder auf tierischer, pflanzlicher noch Einzeller-Basis. Erst wenn diese chemischen Substanzen vergangen wären, könnten sich wieder Lebensformen entwickeln, die auf RNS/DNS aufbauen. Aber ginge das wieder ? Als sich vor über 4 Milliarden Jahren das Leben auf der Erde entwickelte, gab es eine Uratmosphäre mit Methan, Wasserstoff, Ammoniak, Stickstoff, Wasserdampf, Stickstoff usw., die die Entstehung von Lebensvorformen in den Meeren ermöglichte. Wird auf der Erde wirklich das Leben mit allen Vorstufen vernichtet, kann sich auch bei strahlendem Sonnenschein und warmen Meeren eventuell kein neues Leben mehr entwickeln. Dann fällt dieser unser Planet für die weitere Evolution von Leben und IW ganz aus - für immer. Dieser Gedanke ist deshalb so gründlich ausgeführt, um klar zu machen, daß die rezenten Menschen durchaus in der Lage sein können, aus Unvernunft alles Leben auf dieser Erde auszulöschen und diesen Planeten fortan als bar jeden Lebens auf seiner Bahn um die Sonne durch das All treiben zu lassen. Der rezente Mensch kann diese Erde tatsächlich für immer des Lebens berauben. Überstehen Lebensformen wie Einzeller in hinreichender Menge einen mit Nuklear- oder biologisch-chemischen Waffen geführten Krieg, kann sich die Evolution wiederholen, wie sie schon einmal auf der Erde stattfand, einschließlich der Entwicklung höherer Tiere und von IW. Mit der Entwicklung der neuen IWA auf der Erde wiederholt sich aber wieder alles wie beim Menschen. Generell kann man annehmen, daß alle im Verlaufe einer natürlichen biologischen Evolution (NBE) entwickelten Arten von IW (IWA) recht erhebliche Veranlagungsfehler gegenüber dem notwendig zu erreichenden Entwicklungsstand der Vernunftwesen (VIW) haben. In der NBE können wohl durch Mutation oder durch Zufall in der Verteilung der Gene einzelne Vernunftwesen innerhalb einer IWA auftreten, aber es wird der NBE kaum gelingen, VIW-Arten hervorzubringen. Darum werden auch die neuentwickelten IW Fehler haben und es wird sich wieder ähnliches wie im Falle der Menschheit abspielen. Es kann nun sogar die Regel sein, daß auf einem Planeten, der überhaupt die Möglichkeiten zur Entwicklung höheren Lebens gibt, mehrere solcher Anläufe stattfinden, weil eben die IWA aus NIW meistens an dem Mißverhältnis zwischen ihren technischen Mitteln und ihren ethischen Fähigkeiten scheitern. Dann kann es sein, daß noch viele Anläufe zur Entwicklung von IWA gemacht werden müssen, bis eine IWA aus NIW den Sprung zum Übergang in VIW-Formen schafft. Für dieses Spiel hat die Natur im Falle der Erde noch etwa 800 Millionen Jahre Zeit. Danach bereitet ihm das Ansteigen der Strahlungsleistung unserer Sonne auf ihrem Weg zum Roten Riesen ein Ende. Für immer, falls keine Superintelligenzen mit ihrer Supertechnik etwas anderes im Sinn haben. Wunderbar und grandios sind dagegen die Entwicklungsmöglichkeiten der Vernunftwesen, die - einmal in die Realität getreten und Träger der Evolution geworden - nicht mehr durch das Böse in sich gefährdet sind. Sie können sich viel höher und gefahrloser entwickeln und zu Weltenschöpfern im wahrsten Sinne des Wortes werden. Wenn die fehlerlosen Vernunftwesen in die Realität treten, dann bricht ein neuer und herrlicher Morgen in der Schöpfung an, wo Grausamkeit und Haß, Neid und Gier, Not, Grauen und Verzweiflung, Krankheit und Siechtum genauso verschwunden sind wie heute die Riesenlurche oder die Saurier. Es bleiben sicherlich Freude, Liebe, Hoffnung, Kameradschaft, wahrscheinlich auch Leid, Schmerz und Trauer, und es werden noch viele neue und höhere Gefühle und Empfindungen hinzukommen, von denen wir heute noch keine Ahnung haben und die wir vielleicht auch nie zu begreifen vermögen, weil unsere Veranlagung nicht zu solchen Höhen der persönlichen Entwicklung und Fähigkeiten führen kann. Dieses genaue Erfassen der tatsächlich höheren Veranlagung der nachfolgenden Arten führt zu einer Grundforderung für die Evolution: Es ist auf jeden Fall zu verhindern, daß

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Saurier darüber entscheiden, ob höherentwickelte Säugetiere geschaffen werden sollen,

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Halbaffen darüber entscheiden, ob Menschen geschaffen werden sollen, und

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rückständige Menschen darüber entscheiden, ob gentechnisch veredelte Menschen (Vernunftwesen oder VIW) geschaffen werden sollen.

 

Die Flucht in höhere Formen - Der Morgen der neuen "Menschheiten"

Durch Geschichte und Literatur der Menschen zieht sich die Hoffnung auf eine Zeit, in der die Menschen in Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung leben, ohne Hunger, Not und Krieg. Die Menschen fanden dafür viele Namen und Begriffe wie Paradies (auf der Erde oder im Himmel), Jenseits, Reich Gottes (auf der Erde oder im Himmel) und viele mehr. Für die Menschen unseres Typs ist das nicht machbar, weil der Mensch das Böse in sich trägt und damit immer wieder die Gefahr besteht, daß der vom Bösen geleitete Mensch alle höheren Werte und Werke vernichtet, einschließlich seine eigene Gemeinschaft. Somit muß der Mensch die Flucht in höhere Formen antreten, wobei er das Stadium der Vernunftwesen erreicht, die frei vom Bösen sind. Für diese Vernunftwesen als reguläre Nachfolger der rezenten Menschen steht dann alles das offen, was dem Menschen auf Grund des Bösen in sich verschlossen bleiben wird. In welche Richtung wird diese Flucht in höhere Formen gehen, wie werden die Vernunftwesen der näheren Zukunft aussehen ? Können wir uns heute schon eine vernünftige Vorstellung davon machen, wie unsere nächsten Nachfolger in der Evolution aussehen werden ? Wohl den besten Hinweis in die Richtung dieser Flucht in höhere Formen vor dem drohenden Artentod ohne Nachfolger gibt das Fließen der Formen bei der Betrachtung hinreichend großer Zeiträume. Über die Hunderte von Millionen Jahren wurden die Tiere immer

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intelligenter,

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hübscher,

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schöner,

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harmonischer proportioniert,

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leistungsfähiger,

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anmutiger,

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gutartiger,

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kindlich-possierlicher

usw., daß man davon ausgehen kann, daß dieses keine Zufälligkeit der Evolution ist, die heute kommt und morgen wieder geht, sondern ein wichtiges, die gesamte Evolution charakterisierendes Entwicklungsprinzip ist. Besonders bei den Säugetieren kann man sehen, daß ihre körperliche und geistige Höherentwicklung immer weiter voranschreitet. Diese Höherentwicklung zeigt zunehmend das Merkmal, daß jeweils die kindlichen Vertreter einer Art angeben, in welche Richtung sich die betreffende Art entwickeln wird. Diese Gesetze für das Fließen der Formen definieren also die Richtung unserer eigenen Entwicklung als Menschen zu höheren IW. Wir haben diese Gesetze nur auf die Menschheit anzuwenden, und es ergeben sich die Formen unserer nächsten Nachfolger in humanoider Gestalt als Vernunftwesen (VIW) mit kindlichem Äußerem und Gemüt, bei einer zunehmenden Vollendung der oben aufgeführten Eigenschaften wie Vernunft und Schönheit. Diese vom Standpunkt höherer Vernunft und zeitlich sehr weiträumiger Beobachtung völlig klaren und logischen Gedanken werden aber von den rezenten Menschen mit steinzeitlichen "Argumenten" zurückgewiesen. Es sind ja noch die "Argumente" der Menschen gut bekannt, die behauptet hatten, daß niemals etwas fliegen kann, was schwerer als Luft ist - etwa in Antwort auf die Versuche von Leonardo da Vinci, den Vögeln das Fliegen mit Hilfe technischer Mittel nachzutun. Es gibt so vieles, von dem einfältige Menschen behaupteten, daß die Technik des Menschen niemals dazu in der Lage sein wird, dieses oder jenes zu tun. So etwas finden wir auch auf geistigem Gebiet, bei der Psyche des Menschen. Nehmen wir als Beispiel die Persönlichkeit. Es wird von Ideologen der Formenkonstanz die Ansicht verbreitet, daß Eigenschaften des Menschen wie Haß, Neid, Gier usw. notwendig sind, damit er eine "Persönlichkeit" aufbauen kann, damit er also z.B. Liebe wirklich erst dann versteht, wenn er den Haß selber empfindet oder die Wirkungen des Hasses bei anderen Menschen spürt. Diese Ansicht ist der gleichzusetzen, daß ein Mensch Panzerplatten wie ein Stegosaurus haben muß, um den Vorteil der freien körperlichen Beweglichkeit erst richtig zu erkennen, oder die Gefräßigkeit eines Tyrannosaurus rex, um den Nutzen der Maßhaltung zu erkennen. Der Lungenfisch muß keine Kiemen haben, um den Vorteil des Luftatmens zu erkennen, der Quastenflosser muß nicht dazu verdammt sein, nur im tiefen Meer leben zu können, um den Nutzen des Laufens über Land zu erkennen, der Lurch muß nicht Flossen haben, um den Nutzen von Beinen zu erkennen, das Reptil muß nicht wie die Lurche gezwungen sein, seine Eier als Laich in flachen Gewässern abzulegen, um den Nutzen des Ausbrütens der Eier an der Sonne zu erkennen und das Säugetier muß nicht eierlegend sein, um den Nutzen des Lebendgebärens zu erkennen. Alle diese Ansichten, daß das Böse im Menschen eine höhere oder tiefere Funktion hat, sind nur der Ausfluß eines völlig antiquierten Wollens und Fühlens, die Gesetze, Denk-, Fühlens- und Handlungsweise der Steinzeit in die Zukunft mitzunehmen. Die Triebe sind reine Steuerungsprogramme in Zeiten gewesen, wo die Gehirnkapazität nicht ausreichte, über Vernunft zu entscheiden. Liegt bei den IW eine hinreichend hohe Vernunft vor, sind viele Triebe nicht nur unnötig, sondern sogar überflüssig, hinderlich, schädlich und gefährlich. Man kann sich darauf einigen, daß man den direkteren Nachfahren der rezenten Menschen, also den humanoiden Vernunftwesen der näheren Zukunft, ein bereinigtes Trieb- und Gefühlsspektrum mitgibt. Aber nach einer gewissen Stufe der Vollendung müssen diese Vernunftwesen selber entscheiden, wie ihre optimalen psychischen Strukturen auszusehen haben. Ganz gewiß ist aber, daß auch schon in den direkteren Nachfolgern der Menschheit nicht eine Spur bösartiger Triebe und Gefühle mehr enthalten sein darf. Diese o.g. Ansicht der Notwendigkeit des Bösen in der Psyche des Menschen kennzeichnet die gegenwärtige Vorstellung des Begriffs von der Persönlichkeit, die völlig überholt ist. Man stellt die Persönlichkeit genau so der Natur als neue höhere Qualität gegenüber wie ehemals Seele oder Weltgeist. Das ist alles völliger Unsinn. Die Persönlichkeit ist sicher eine neue Qualität - Atome und Moleküle haben sicherlich keine Persönlichkeit, ebenso wie eine Sonne oder ein Planet -, aber sie steht der Natur nicht gegenüber, sondern hat sich konsequent aus anderen Naturgrößen entwickelt. Die Persönlichkeit ist ein Teil der Naturgrößen. Damit unterliegt sie der Evolution. Jedes höhere Säugetier hat eine Persönlichkeit. Das merkt man, wenn man mit ihnen enger zusammenlebt. Die Persönlichkeit des Menschen ist eben die Persönlichkeit des z.Z. am höchsten entwickelten Säugetieres. Sie bleibt aber nicht für die nächsten Milliarden Jahre auf dieser Stufe stehen, sondern entwickelt sich immer höher zu uns noch ganz unbekannten Höhen und Formen, die wir mit unseren menschlichen Fähigkeiten wohl auch nicht geistig erfassen könnten, und auf diesem Wege gilt unbedingt : Das Raubtier, die Bestie, das Böse, das Häßliche im Menschen muß verschwinden ! Aus der bisherigen Evolution kann man mit der Sicherheit, mit der Erkenntnis überhaupt möglich ist, feststellen, daß die Richtung, in die sich die Persönlichkeit weiter entwickeln wird, in höheren Formen von

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Vernunft,

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Jugendlichkeit,

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Harmonie,

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Kindlichkeit,

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Anmut

usw. liegt. Mit höchster Wahrscheinlichkeit muß die Menschheit im weiteren Gang der Evolution von Vernunftwesen abgelöst werden, weil ihr sonst kein objektivierter Sinn zukommt und sie nachfolger- und wirkungslos in den Weiten der Ewigkeit verschwindet. Sind nun diese Vernunftwesen entwickelt und zu Trägern dieser TZ geworden, werden einst die letzten natürlichen Menschen in Reservaten leben, vermutlich auf der Erde oder auf anderen erdengeformten Himmelskörpern, und die Vernunftwesen leben in künstlichen Lebensinseln über das ganze Sonnensystem hinweg verstreut. Ihr Hauptziel ist die Höherentwicklung von sich selber und von ihrer Supertechnik, um die kosmische Funktionserfüllung zu leisten. Dann ist die Frage sehr interessant und vielleicht auch sehr wichtig, wie und wofür die Menschen in diesen Reservaten leben sollten. Die "richtige" Beantwortung dieser Frage könnte sehr wohl einen wichtigen Beitrag zur Lösung unserer gegenwärtigen politischen, soziologischen, psychischen und menschlichen Probleme bringen. Denn es ist so: Wenn sich in den nächsten Jahrtausenden überhaupt noch etwas in Richtung IW auf der Erde abspielen soll, wird sich der Abend der Menschheit in Reservaten abspielen, wo der Rest der natürlichen Menschheit lebt, während die VIW sich über das Sonnensystem verbreiten und Träger der Evolution von TZ und IWA sind. Es geht hier der Abend der Menschheit nicht dem Morgen der neuen "Menschheiten" voran, sondern sie gehen ineinander über, der Abend der Menschheit ist der Morgen der neuen "Menschheiten". In diesen Reservaten leben die Menschen dann so, wie dies die Sehnsucht nach dem "Reich Gottes auf Erden" ausdrückt, aber nicht von "Gott" regiert, sondern von ihren eigenen Schöpfungen und deren Weiterentwicklungen, den VIW, da die natürlichen Menschen zur Selbstregierung und Selbstverwaltung nicht fähig sind - siehe Geschichte und Lebensalltag.

 

Die vorliegende Schrift gehört zu der Literaturgattung, die sich mit der Konstruktion der künstlich-technischen Nachfolger der heutigen Menschen (Homo sapiens sapiens, Nachfolger des Homo erectus) befaßt. Man kann den "Faust II" von Johann Wolfgang von Goethe als das Gründungswerk dieser Literaturgattung bezeichnen. Der darin vorkommende "Homunculus" war die Fiktion des ersten künstlich-technisch hergestellten Menschen. Wann sich der tatsächliche und auch zeitlich stabile Übergang der heutigen Menschenform zu höheren Formen, hier als Vernunftwesen bezeichnet, abspielen wird, kann man noch nicht einmal auf ein Jahrtausend genau angeben. In der SF-Literatur begegnen sie dem Leser öfters in der Gestalt von Androiden, Cyborgs, Mensch-Maschine-Synthesewesen usw. Für viele Jahrtausende konnte der Homo sapiens sapiens bei recht gleichbleibendem Äußeren und Inneren als Jäger, Sammlerin, Nomade usw. leben. Prinzipiell anders wird das vermutlich dann werden, wenn der Mensch in einer immer technisierteren Welt aufwächst, wo er allmählich in eine immer mächtigere Supertechnik und Superzivilisation eingebettet wird. Die Superzivilisation, die für einen wirksamen und langzeitlichen Schutz der lebendiger Schöpfung einschließlich der Menschheit notwendig ist, bringt auch das Rüstzeug zur genchirurgischen Wandlung der Anlagen des Menschen. Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte vergehen. Wahrscheinlich ist, daß sich die umfassende technische und biologische Evolution in diesen Zeiträumen nicht viel anders abspielen wird wie bisher. Jahrtausende, Jahrmillionen, Jahrmilliarden vergehen - wer will da wirklich behaupten, daß das an der humanoiden Form spurlos vorübergehen wird ? Auf dem Wege, Geist und Materie in wunderbaren Werken zu vereinen, war die Entwicklung des Menschen als eines intelligenten höheren Tieres der 1. Schritt mit dem Risiko der gewaltsamen Selbstvernichtung, da die Werkzeugintelligenz des Menschen seiner ethischen Intelligenz vorauseilt. Es gibt hier Grenzen von Lernen und Erziehung, weil die Menschen ein Triebsystem und einen mehr oder weniger starken Psychischen Zwang haben, diesen Trieben oder Gefühlen zu folgen, worunter sich auch Grausamkeit, Sadismus, Neid, Haß, Habgier, Herrschgier oder u.a. Gier und Neid in jeder Form befinden - Eigenschaften oder Veranlagungen, die gerne geleugnet werden, besonders in den Menschen, die zur Macht streben oder von denen das Schicksal der Menschheit abhängt. Die irgendwann eintretende Selbstvernichtung der Menschheit auf Grund der Disharmonie zwischen ihren technischen Machtmitteln und ihren ethischen Fähigkeiten erscheint als sicher. Über Jahrtausende und weit darüber hinaus würde sie mit Sicherheit eintreten. Es gibt aber Wege, das zu umgehen, und zwar die Entfernung des Bösen aus der menschlichen Psyche. Die kriminelle Energie vieler Menschen darf nicht unterschätzt werden. Immer werden viele natürliche Menschen dazu bereit sind, Böses zu tun. Nicht nur können die vielen großartigen Werke so vieler tüchtiger, vernünftiger und hoch veranlagter, ja edler Menschen das nicht verhindern, sondern sie vergrößern oft mit ihren Werken nur die Gefahr, da sie unmittelbar oder mittelbar die Macht der Menschheit nur vergrößern, weil gerade durch ihre Werke die Menschen niederer Gesinnung stärkere Vernichtungswaffen in die Hände bekommen können. Bei der heutigen Veranlagung der Menschen kann ein einziger böswilliger Mensch das Werk Millionen gutwilliger Menschen zerstören. Darum muß der 2. notwendige Schritt getan werden, und der besteht in der Entwicklung der "Vernunftwesen" (VIW) mit

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höherer Intelligenz und Ethik, also höherer Vernunft,

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höherer genialer Imagination,

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sehr viel geringerer Triebbindung und einem vom Bösen gereinigten Triebsystem und Gefühlsspektrum und

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größerer körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit, Schönheit, Anmut, Jugendlichkeit, Eleganz und kindlichem Gemüt, Gefühl und Empfinden ...

Wenn im folgenden Text von Vernunftwesen (VIW) oder Androiden die Rede ist, dann sind das humanoide Geschöpfe, für die das soeben gesagte gilt. Die VIW sind das Produkt der Supertechnik der Superzivilisation, hergestellt unter Verwendung einer vollkommen beherrschten Gentechnik und höchster sittlicher Kraft. Die Androiden besitzen die genetische Grobstruktur des Menschen und sind zum größten Teil noch wie natürliche Menschen. Diese SF-Geschichte ist unter dem Aspekt von Artentod und Artenneuentstehung im Zuge des evolutionären Artenwandels zu höheren Formen zu verstehen, hier beim Menschen eben nur durch den Menschen selber durchgeführt. Bei der Lektüre hat man im Sinn zu behalten, daß jede Gegenwart einmal eine Vergangenheit sein wird, die um Jahrtausende, Jahrmillionen oder Jahrmilliarden zurückliegt. Die tierhafte Ansicht vieler rezenter Menschen, daß sie die Evolution nach der Zeit ihres eigenen persönlichen Todes nicht interessiert, muß entschieden abgelehnt werden, weil nur durch die Bereitschaft, in größeren Zeiträumen zu denken, die Sicht auf die entscheidenden Zusammenhänge frei wird - der Mensch, der in der ewigen Gegenwart lebt, der in Trieb-, Traditions-, Epoche- und Menschenbezogenheit gefangen ist, ist uninteressant und lebt in einer "Welt" voller antiquierter Vorstellungen. Im Laufe der kommenden Jahrtausende wird die heutige triebmäßige Veranlagung der Technik immer gefährlicher für den Menschen und die auf den Menschen angewiesene lebendige Schöpfung. Wer davon ausgeht, daß die Menschen in dieser jetzigen Form immer auf der Erde leben werden, wird natürlich zu ganz anderen Ergebnissen, Vorstellungen, Zielen, Wünschen, Lebensansichten usw. kommen als ein Mensch, der alles im Wandel einer globalen Evolution sieht. Wer davon ausgeht, daß die Form des heutigen Menschen immer so bleiben wird wie bisher und er immer auf dieser so gleichbleibenden Erde (die oft nur für ihn geschaffen worden sein soll) leben wird, kommt natürlich zu den bekannten Ansichten wie dem "himmlischen Paradies" oder der "Eschatologie", wo alle Menschen glücklich und zufrieden bis in alle Ewigkeit auf der Erde leben und dasselbe tun und empfinden. Leider verraten die Schöpfer dieser Vorstellungen nicht, was das Ganze soll oder wo der Sinn dahintersteckt, wenn keine Dynamik, keine Entwicklung und keine Evolution darin zu finden sind. Erst durch die Evolution, den ewigen Wandel der Formen zu höheren Formen, wird das Werden sinnvoll. Ebenso erhält die Gesamtheit der Formen und Ereignisse irgendeiner Gegenwart erst durch die globale Evolution, in die sie eingebettet ist, einen Sinn. Die Ideologie von der Formenkonstanz und der ewigen Erde ist nur ein Ausfluß der altertümlichen Geistigkeit der Menschen heute.

Für das leichtere Verständnis von Zukunftsromanen sollte man bedenken, daß die tieferen Zusammenhänge des realen Geschehens im Verlaufe einer sehr langfristigen Evolution entstanden und daß es deshalb naheliegt, das reale Geschehen vor eben diesen großen Zeiträumen zu betrachten. Wie groß man sein Zeitfenster auch wählen mag, es gilt sicher: Jede Gegenwart ist irgendwann für Jahrtausende, Jahrmillionen oder Jahrmilliarden vorbei. Im Prinzip vergehen 30 Milliarden Jahre genauso wie ein Tag. . .

Die großen Zeiträume der Ewigkeit geben für SF-Literatur möglicherweise gut verwendbare Probleme ab, aber auch die Möglichkeiten im Umfeld von Androiden. Eine Verallgemeinerung vom Menschen auf beliebige Intelligente Wesen ist in der SF schon oft durchgeführt worden. Dabei wird die Frage nach dem Lebenssinn des persönlichen Menschen als eines speziellen Typs der Intelligenten Wesen (IW) und dem Sinn der Menschheit und ihrer Technischen Zivilisation (TZ) als Spezialfall solcher Entwicklungen immer aktueller, und zwar im Maßstab der globalen Evolution, also in einem möglichst objektivierten Sinn. Die Auffindung eines hinreichend objektivierten und vernünftigen Lebenssinns, der von den persönlichen Bedürfnissen, Trieben, Gefühlen und Traditionen ganz unabhängig ist, wird für die Menschheit wie auch für jede andere im Laufe einer natürlichen biologischen Evolution (NBE) entstandenen Art von Intelligenten Wesen (IWA) entwicklungsbestimmend sein. Dafür benötigt man eine allgemeine Theorie über Entwicklung, Schicksal und Wirkung beliebiger IW, IWA, TZ und Universen, über beliebig große Zeiträume hinweg betrachtet. Solange es für diese Fragen, Probleme und Zusammenhänge noch keine allgemein anerkannten Theorien und Wissenschaften gibt, sind sie Science Fiction. Nur ihre allgemeine Verbreitung und Anerkennung macht aus der älteren SF-Literatur - den Religionen - die entsprechenden Theologien zu Wissenschaften. Aus zuerst reiner Science Fiction können über die Jahrzehnte schnell Wissenschaften entstehen. Isaac Newton köchelte noch als Alchemist begeistert in der hauseigenen Hexenküche. Noch nicht einmal hundert Jahre später war die Chemie als Wissenschaft erstanden und anerkannt, noch einmal 150 Jahre später konnte der Traum der Alchemisten, aus Quecksilber Gold herzustellen, in jedem Uranreaktor realisiert werden - im Prinzip. Die Ableitung dieser Theorien wird bestimmt auf vielen Wegen möglich sein. Es sieht so aus, daß die Vorwegnahme der Psyche der zukünftigen Nachfolger der rezenten Menschen in Richtung höherer Vernunft und Jugendlichkeit der beste Weg ist, was man versuchsweise so formulieren kann: Lerne vom Genie, zu denken, und vom Welpen, zu fühlen. Man kann somit gewisse realistische, den Naturwissenschaften nahe stehende SF-Romane und SF-Themen als Vorstufen künftiger Theorien, Wissenschaften und der kommenden Superzivilisation ansehen.